Zum Hauptinhalt springen
"De Kade" in Antwerpen
Inland
Justiz

Neues Gefängnis in Antwerpen eröffnet: „Zeigt eine Vorstellung davon, wie Haft in Zukunft organisiert werden soll“

In Antwerpen wurde diese Woche „De Kade“, das neue Gefängnis am Stadtrand der Hafenmetropole, offiziell eröffnet. „De Kade“ soll das veraltete Gefängnis in der Begijnenstraat ersetzen. Allerdings ist noch nicht genügend Personal vorhanden - die ersten Häftlinge werden erst in einigen Monaten verlegt. Platz ist dort für 440 Häftlinge.

Andreas Kockartz Belga
Veröffentlicht:

Am Mittwoch wurde „De Kade“ am Ufer der Schelde am Rande des Viertels Nieuw Zuid eröffnet. Ab etwa Ende des Jahres sollen die ersten Häftlinge in das neue Gefängnis verlegt werden. Insgesamt verfügt „De Kade“ über Zellen mit Platz für 440 Inhaftierte. Bei der Eröffnung waren vor allem Politiker und Vertreter der Justizbehörden zu Gast.

Eigentlich hätte die neue Haftanstalt bereits am 19. Juni offiziell eingeweiht werden sollen, doch technische Probleme sorgten für Verzögerungen, so dass das Gefängnis erst zwei Monate später vorgestellt werden konnte.

Bundesjustizministerin Annelies Verlinden (CD&V, flämische Christdemokraten) sieht in dem Neubau mehr als nur einen Ersatz für die veraltete Haftanstalt von Antwerpen: „Wir brechen mit dem klassischen Gefängnismodell.“

Anders als viele ältere Gefängnisse in Belgien ist der Neubau nicht nach einem sternförmigen Grundriss angelegt. „Das ist die Architektur der Zukunft. Sie zeigt eine zeitgemäße Vorstellung davon, wie Haft in Zukunft organisiert werden soll“, sagte Verlinden.

Diese Eröffnung fiel allerdings in eine angespannte Zeit für den belgischen Strafvollzug. In dieser Woche haben die Gewerkschaften des Gefängnispersonals eine Streikankündigung für sämtliche Haftanstalten des Landes hinterlegt. Sie beklagen einmal mehr die Überbelegung der Gefängnisse, den akuten Personalmangel und die allgemeinen Probleme mit der Infrastruktur in den Haftanstalten. 

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5