In der Gemeinde Ecaussinnes in der Provinz Hennegau haben am Sonntag rund 1.000 Personen eine Menschenkette gebildet, mit der sie gegen den Verlauf der Hochspannungslinie „Boucle du Hainaut“ durch ihre Ortschaft protestierten. Hier sollen 22 Hochpannungsmasten entstehen und das lehnen die Bewohner von Ecausinnes ab.
Proteste gegen eine Hochspannungslinie in der wallonischen Provinz Hennegau
Die Hochspannungslinie „Boucle du Hainaut“ ist quasi der Anschluss an die „Ventilus“-Hochspannungslinie durch Westflandern (auch hier gab und gibt es Proteste). Diese Stromlinie, die oberirdisch angelegt wird, soll Elektrizität, die offshore mit den Windkraftanlagen vor der belgischen Nordseeküste produziert wird, ins Hinterland bringen, bzw. in die Nachbarländer.
Auf wallonischer Ebene verläuft diese Linie zwischen der Anschlussstelle Avelgem in Westflandern und Courcelles, unweit von Charleroi. „Boucle du Hainaut“ und „Ventilus“ sind für die noch zu bauenden beiden Offshore-Windkraftanlagen in der belgischen Nordsee für den Weitertransport von nachhaltig hergestelltem Strom unerlässlich.
Doch diese Stromtrassen bringen solchen Strom nicht zuletzt auch in die Provinz Hennegau und sie ermöglicht es auch, Elektrizität zu exportieren bzw. z.B. aus Frankreich zu importieren. Der belgische Strom- und Hochspannungs-Netzbetreiber Elia hofft, diese Trasse bis 2032 oder 2033 fertiggestellt zu haben, stößt jedoch auf Proteste von Städten und Gemeinden.
Alternative Trasse
Die wallonische Bürgerinitiative „Survoltés“ (etwa „Übervoltet“) ist nicht gegen die Stromtrasse an sich, schlägt allerdings einen anderen Verlauf vor. „Wir wollen, dass die Trasse so wenig wie möglich Impakt auf Anwohner und Landschaft hat“, so deren Sprecher Philippe Janssens.
Er weist darauf hin, dass die geplante Trasse mitten durch einige Viertel von Ortschaften verlaufe. Die Alternative für „Survoltés“ ist, dass die Hochspannungstrasse neben den bereits bestehenden kV-Trassen (Niedrigstromtrassen) gebaut werden soll, doch diese verlaufen zum Teil unterirdisch und sind erheblich teurer, wie Elia und auch deutsche Experten anführen.
In den kommenden Wochen muss die wallonische Regionalregierung herzu Stellung nehmen.

