Im Hohen Venn sind noch immer rund 100 Rettungskräfte im Einsatz, um den vor zwölf Tagen ausgebrochenen Waldbrand zu bekämpfen. Sie arbeiten dabei eng mit der lokalen und der Bundespolizei zusammen. Laut dem Gouverneur der Provinz Lüttich ist das Feuer noch nicht vollständig unter Kontrolle - im Norden und Osten des Torfgebiets glimmt es weiterhin. Diese Woche besuchte EU-Krisenkommissarin Hadja Lahbib den Schauplatz des Geschehens.
Die Priorität bei den Löscharbeiten liegt aktuell darauf, jedes noch vorhandene Glutnest sofort zu löschen und Bäume und Pflanzen zu entfernen, die möglicherweise noch Feuer fangen könnten. Der Brand im Hohen Venn hat seit Freitag, den 14. Augusdt, 3.366 Hektar Naturschutzgebiet zerstört und wurde laut der Lütticher Staatsanwaltschaft, die Ermittlungen zur Ursache des Brandes führt, möglicherweise durch eine landwirtschaftliche Maschine verursacht.
EU-Kommissarin Hadja Lahbib besucht das betroffene Gebiet im Hohen Venn
Die EU-Kommissarin für Krisenmanagement, Hadja Lahbib, besuchte am Dienstag gemeinsam mit dem wallonischen Ministerpräsidenten Adrien Dolimont (MR, frankophone Liberale) das Hohe Venn. Sie sprach dort mit Feuerwehrleuten, Rettungskräften, Mitgliedern des Zivilschutzes und zeitweise evakuierten Anwohnern.
Am Signal de Botrange, dem höchsten Punkt von Belgien (mit 694,24 Metern über Null) zeigte sich Lahbib tief betroffen vom Ausmaß der Schäden. Sie betonte, dass aus der Katastrophe Lehren gezogen werden müssten und hob die Bedeutung der europäischen Zusammenarbeit bei großen Waldbränden hervor.
"Das Venn muss widerstandsfähiger werden"
Der wallonische MP Dolimont erklärte, dass zunächst die Ursache und das volle Ausmaß der Schäden ermittelt werden müssten. Ihm zufolge würden neben möglicher europäischer Unterstützung auch wallonische Ressourcen für die Wiederherstellung des Naturschutzgebietes eingesetzt. Ziel der Maßnahmen sei, das Gebiet widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels zu machen.

