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Großbrand im Hohen Venn: Wichtige Straßen wieder offen – Feuerwehr löscht noch immer Glutnester - Kommt die Staatsanwaltschaft der Ursache näher?

Die Feuerwehr löscht weiterhin Glutnester im Hohen Venn. Das Feuer könnte erneut aufflammen und es kann weiterhin zu erheblicher Rauchentwicklung kommen. Einige der Feuerwehren aus dem Ausland und deren Einsatzfahrzeuge sowie auch Löschhubschrauber sind inzwischen abgezogen worden. Seit Montagmorgen sind auch die wichtigsten Straßen in der betroffenen Region wieder offen, was wiederum der lokalen Wirtschaft und Gastronomie erlaubt, ihre Aktivitäten nach über einer Woche Zwangspause aufzunehmen. Die Ursache des Großbrandes im Hohen Venn könnte mit dem Betrieb einer landwirtschaftlichen Maschine zusammenhängen. Dies teilte die Staatsanwaltschaft Lüttich mit. Erste Ermittlungsergebnisse deuten in diese Richtung.

Andreas Kockartz
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Aktualisiertupdate:

Brand im Hohen Venn möglicherweise durch landwirtschaftliche Maschine verursacht

Die Ursache des Großbrandes im Hohen Venn könnte mit dem Einsatz einer landwirtschaftlichen Maschine zusammenhängen. Dies gab die Staatsanwaltschaft Lüttich am Dienstagnachmittag bekannt. Erste Ermittlungsergebnisse deuten in diese Richtung.

Die Staatsanwaltschaft betont jedoch, dass es sich hierbei um eine Hypothese handelt und dass weitere Untersuchungen erforderlich sind: „Die Ermittlungen laufen derzeit auf Hochtouren. Die Ermittler prüfen verschiedene Hypothesen. Zum jetzigen Zeitpunkt kann noch keine endgültige Aussage zur genauen Brandursache getroffen werden.“

Die Staatsanwaltschaft hat zwei Sachverständige mit der weiteren Ursachenfoschung beauftragt - einen Brandermittler und einen Experten für Fahrzeug- und Verkehrstechnik: „Aufgrund der notwendigen technischen Untersuchungen wird es noch einige Monate dauern, bis die Abschlussberichte vorliegen.“

Der belgische Privatsender RTL hatte bereits letzte Woche auf die Möglichkeit einer landwirtschaftlichen Maschine als Brandursache hingewiesen.

Ist eine landwirtschaftliche Maschine für diese Katastrophe verantwortlich?

Noch über 140 Einsatzkräfte vor Ort

Die Hubschrauber aus Norwegen und die Fahrzeuge der Feuerwehren und der belgischen Armee, die Wasser und Löschschaum transportieren, haben das Gebiet am Montagmorgen verlassen, berichtete der Gouverneur der Provinz Lüttich, Hervé Jamar. Die Polizeihubschrauber bleiben jedoch vor Ort, um bei Bedarf Brände zu löschen, da einige Teile des Hohen Venn für die Feuerwehr nur schwer zugänglich sind.

Vor Ort sind noch zwischen 140 und 160 Einsatzkräfte der verschiedensten Behörden und Feuerwehren im Einsatz (Feuerwehr, Polizei, Zivilschutz, Armee, Forstverwaltung und Rotes Kreuz).

Kahle Landschaft mit vereinzelten Glutnestern

Bei der Wiederöffnung der wichtigsten regionalen Straßen in der Gegend gelten allerdings Geschwindigkeitsbegrenzungen (50 km/h) und Halten und Parken sind verboten. Grund dafür ist, dass das Naturschutzgebiet selbst weiterhin gesperrt bleibt, um die Sicherheit der Bürger und der Einsatzkräfte zu gewährleisten.

Die Feuerwehr führt nach dem schweren Waldbrand, der insgesamt 3.366 Hektar bzw. 30 Quadratkilometer Naturlandschaft zerstörte, noch immer Nachlöscharbeiten durch.

Nach Angaben von Nicolas Yernaux, dem Sprecher wallonischen Regionalbehörden war die Feuerfront etwa 27 km lang. Allerdings seien nicht sämtliche Flächen innerhalb des ermittelten Gebiets tatsächlich verbrannt. Einige Bereiche blieben von den Flammen verschont, schreibt die deutschsprachige Tageszeitung Grenzecho aus Ostbelgien dazu.

Eine im Venn gefundene Granate aus dem Zweiten Weltkrieg

Der Brand im Hohen Venn legte Granaten und andere Munition frei

Der Waldbrand im Hohen Venn in der vergangenen Woche hat eine beträchtliche Menge an vergrabener Munition aus dem Zweiten Weltkrieg freigelegt. Jacques Callebaut, Stabsfeldwebel und Kommunikationsmanager des Minenräumdienstes DOVO, warnt bei solchen Funden: „Halten Sie sich fern und benachrichtigen Sie die Polizei.“

Es ist schwierig, genau zu sagen, wie viel und welche Art von Munition im Hohen Venn vergraben ist. Aber es ist „eine beträchtliche Menge“, so Callebaut: „Während des Ersten und Zweiten Weltkriegs drangen die Besatzungstruppen durch diese Region in Belgien ein. Auch während der Befreiung fanden in diesen Gebieten schwere Kämpfe statt. Denken Sie beispielsweise an die Schlacht in den Ardennen.“

Explosionen

Letzte Woche gab der Gouverneur von Lüttich bekannt, dass freigelegte alte Munition aus dem Zweiten Weltkrieg explodiert sei. Die Einsatzkräfte waren dadurch jedoch zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Die Munition ist tatsächlich bis zu bestimmten Temperaturen und Hitze beständig. Durch das Feuer könnten jedoch Sprengstoffe oder Zünder freigelegt worden sein.

Laut Callebaut ist die spontane Explosion alter Munition zwar außergewöhnlich, aber nicht unmöglich: „Die Munition ist tatsächlich bis zu bestimmten Temperaturen und Hitze beständig. Durch das Feuer könnten jedoch Sprengstoffe oder Zünder freigelegt worden sein. Auch weißer Phosphor kann sich bei Kontakt mit Luft selbst entzünden. All das berücksichtigen wir.“ Genau aus diesem Grund rät der Kampfmittelräumdienst mit Nachdruck dazu, die Polizei sofort zu verständigen, wenn alte Munition gefunden wird: „Es ist ganz einfach: Wenn Sie etwas finden, lassen Sie es einfach liegen und benachrichtigen Sie die Polizei.“

Das Hohe Venn ist nicht der einzige Ort in Belgien, an dem alte, vergrabene Munition lagert: „Auch die Westhoek in Westflandern und die Region um Bastogne sind betroffen. In diesen Gebieten sind wir regelmäßig im Einsatz.“ Laut Callebaut ist es jedoch unmöglich, aktiv alles zu lokalisieren und zu räumen: „Wir sind dazu nicht in der Lage. Deshalb sind wir auch auf die Hilfe unserer Bürger bei der Lokalisierung angewiesen.“ 

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