Der am Freitagmittag im Hohen Venn in Ostbelgien ausgebrochene Brand hat bisher zwischen rund 900 und 1.500 Hektar Naturschutzgebiet vernichtet. Im Laufe des Samstagvormittags wurde die N68 zwischen Eupen und Malmedy gesperrt. Dort versuchen die Feuerwehren zu verhindern, dass die Flammen auf einen großen Nadelwald übergreifen können. Seit Freitagabend helfen zahlreiche Feuerwehrkorps aus der Provinz Lüttich und den angrenzenden Regionen aus dem In- und Ausland beim Kampf gegen die Flammen und auch die belgische Armee rückte mit schwerem Gerät an.
Großbrand im Hohen Venn: Riesige Fläche Naturschutzgebiet Opfer der Flammen
Die belgische Armee hilft beim Vennbrand mir drei Panzerfahrzeugen vom Typ Panther. Diese Fahrzeuge sind geländegängig, schnell in unwegsamen Gebieten und verfügen über große Wassertanks und kräftige Löschpumpen. Zudem kamen auch ein Löschfahrzeug vom Nato-Flughafen Kleine Brogel (Provinz Limburg) und Wasserwerfer der Bundespolizei zum Einsatzort. Seit dem Sonnenaufgang sind auch wieder die Löschhubschrauber im Einsatz, die ihr Wasser aus den Talsperren von Eupen und der Gileppe holen. Aus diesem Grunde sind diese Orte für den Publikumsverkehr gesperrt.
Inzwischen ist das brennende oder bereits verbrannte Gelände etwa 900 Hektar groß und damit größer, als der Waldbrand im Hürtgenwald im Kreis Düren (NRW). Allerdings sind in Ostbelgien keine Ortschaften bedroht und Evakuierungen sind nicht vonnöten. Das Feuer beschränkt sich auf die Vegetation im Hohen Venn. Und da liegt eines der Hauptprobleme: Ein Großteil dieser Vennlandschaft besteht aus Torf und dieses kann lange nachglühen und neue Feuer auslösen…
Hilfe aus allen Richtungen
Mehr als 200 Einsatzkräfte kämpfen aktuell gegen das Feuer. Die regionalen Feuerwehr- und Hilfeleistungszonen aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft und dem Kanton Verviers in der Provinz Lüttich werden von Wehren, Zivildiensten und anderen Rettungsdiensten aus den angrenzenden Regionen unterstützt. Darunter sind auch Feuerwehren aus der flämischen Provinz Limburg und aus dem Raum Aachen in NRW. Auch Landwirte helfen den Feuerwehren mit Wasser- und Gülletankwagen, die sie mit ihren Traktoren anfahren.
Die Lütticher Provinzbehörden rufen dazu auf, das Gebiet um den Vennbrand in Ostbelgien weitgehend zu meiden und Neugierige, die hierherkommen wollen, um zu fotografieren und zu filmen, sind ausdrücklich nicht willkommen. Sie sollen die Einsatzkräfte im Kampf gegen die Flammen nicht behindern. Viele Zufahrtsstraßen, z.B. die N68, sind auch aus diesem Grund gesperrt. Die Wege sollen auch und gerade für die Einsatzfahrzeuge frei bleiben.
Feuer nicht unter Kontrolle
Bis zum Samstagvormittag war das Feuer im Hohen Venn laut dem ostbelgischen Rundfunk in deutscher Sprache, BRF, noch nicht unter Kontrolle. Schon jetzt gehen die Verantwortlichen davon aus, dass die Löscharbeiten noch Tage, möglicherweise sogar Wochen dauern könnten.
Zusätzlich erschwere der ständig drehende Wind den Kampf gegen die Flammen. Zuletzt bewegte sich die Brandfront wieder in Richtung Osten und damit in Richtung Baraque Michel und Mont Rigi, so der BRF. Dort droht das Feuer in ein Gebiet vorzudringen, das für die Einsatzkräfte nur äußerst schwer zugänglich ist. Genau das wollen die Feuerwehren mit allen verfügbaren Mitteln verhindern, denn in dem unwegsamen Gelände wären die Möglichkeiten zur Brandbekämpfung am Boden stark eingeschränkt.

