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Belgiens Nordseeküste: Hat sich die Fauna am Strand gewandelt?

Die Artenvielfalt in den belgischen Küstengewässern hat sich in den letzten dreißig Jahren aufgrund der globalen Erwärmung drastisch verändert. Dies belegen die Forschungsergebnisse des Bürgerwissenschaftsprojekts SeaWatch-B des Flämischen Instituts für das Meer (VLIZ). Das ILVO, das Institut für Agrar-, Fischerei- und Lebensmittelforschung, teilt die Schlussfolgerungen von SeaWatch-B hinsichtlich der Grauen Garnele nicht.

Andreas Kockartz
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Die Forscher von SeaWatch-B verglichen Daten aus dem Zeitraum 2014–2025 mit Daten aus den Jahren 1996–97. Sie stellten fest, dass die Bestände mehrerer typischer Bewohner der Brandungszone in Strandnähe stark zurückgegangen sind. Die Graue Garnele ist im Vergleich zu vor dreißig Jahren um 78 % zurückgegangen. Auch Strandkrabben, Grundeln und Heringe bzw. Sprotten sind deutlich seltener geworden.

Gleichzeitig gewinnen wärmeliebende Arten an Boden. Das Petermännchen, ein Fisch mit giftigen Stacheln, ist zu einem festen Bestandteil der Fauna an der belgischen Nordseeküste geworden und wird nun mindestens 24-mal häufiger angetroffen.

„Von einem Rückgang der Garnelenpopulation kann keine Rede sein“

Dies geht aus der vorliegenden Studie des Flämischen Instituts für das Meer (VLIZ) hervor, in der die Graue Garnele in der Nordsee seltener vorkommt. Laut dem das Institut für Agrar-, Fischerei- und Lebensmittelforschung ILVO trifft diese Schlussfolgerung jedoch nur auf flache Gewässer zu.

ILVO liefert zusätzliche wissenschaftliche Daten und Erläuterungen. Zur Klarstellung: Es wurden keine falschen Informationen verbreitet. ILVO möchte jedoch betonen, welche Zone untersucht wurde, da diese lediglich die Biodiversität in den ersten 10 Metern des Meeres vom Strand aus umfasst.

„Als Bürgerwissenschaftsprojekt kann SeaWatch durchaus Einblicke in die Vorgänge am Strand und im ersten Meeresabschnitt bieten. Für Aussagen über Meeresarten, die in einem viel größeren Gebiet vorkommen und im Laufe des Jahres ausgedehnte Wanderungen unternehmen, wie beispielsweise Garnelen, ist das jedoch nicht repräsentativ genug.“

Größeres Gebiet

ILVO überwacht seit vielen Jahren insgesamt 33 Messpunkte. Dies ermöglicht Wissenschaftlern eine zuverlässige Bewertung des Zustands wirtschaftlich wichtiger Arten. „Die Ergebnisse dieser Langzeitstudie sind eindeutig: Ein Rückgang der Garnelenbestände steht außer Frage,“ so Bartel Vertongen, ein auf Garnelen spezialisierter Forscher des ILVO

Allerdings ist ein deutlich schwankendes Muster erkennbar. Gute Jahre mit hohen Garnelenbeständen wechseln sich weiterhin mit schlechteren Jahren ab, in denen niedrige Bestände verzeichnet werden. Auch die Anlandezahlen für Garnelen in belgischen Häfen widersprechen der Annahme eines stetigen Rückgangs der Garnelenbestände im Meer. Im Gegenteil, die entsprechenden zeigen erneut ein schwankendes Muster.“

„Die genauen, möglicherweise komplexen Gründe für die Schwankungen sind bisher weder den Wissenschaftlern noch den Fischern klar“, resümiert Vertongen: „Es ist verfrüht, die Schwankungen dem Klimawandel zuzuschreiben. Wir wissen, dass die Fortpflanzung der Graugarnele von verschiedenen Faktoren abhängt, beispielsweise von der Nahrungsverfügbarkeit.“

Ein kleiner Pietermann

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