Das AfricaMuseum in Tervuren in Flämisch-Brabant unweit von Brüssel digitalisiert derzeit sein Archiv mit geologischen Karten und Dokumenten zu kongolesischen Rohstoffen. Die Informationen werden schrittweise an die Behörden in der Demokratischen Republik Kongo weitergeleitet, wie Belgiens Ministerin für Wissenschaftspolitik und Digitalisierung, Vanessa Matz (Les Engagés, frankophone Zentrumspartei) mitteilte.
Das belgische AfricaMuseum digitalisiert Archiv zu kongolesischen Bodenschätzen
Die Demokratische Republik Kongo erhöht den Druck, die im AfricaMuseum in Tervuren aufbewahrten Dokumente zu kongolesischen Bodenschätzen freizugeben. Gespräche darüber fanden demnach kürzlich zwischen der kongolesischen und der belgischen Regierung statt, berichtete die Financial Times am Sonntag.
Laut Ministerin Matz arbeitet das AfricaMuseum intensiv an der Digitalisierung der kongolesischen geographischen Archive. Dank finanzieller Unterstützung der Europäischen Kommission arbeiten seit Herbst sieben zusätzliche Mitarbeiter im Museum, um die Arbeiten zu beschleunigen. Das Museum „legt die Prioritäten gemeinsam mit den kongolesischen Partnern fest“ und „übergibt die digitalisierten Informationen schrittweise an die zuständigen kongolesischen Behörden“, so das Kabinett Matz.
Die im AfricaMuseum aufbewahrten Dokumente enthalten unter anderem Informationen über die Vorkommen von Coltan, Lithium, Kobalt, Kupfer und Zinn – allesamt Rohstoffe, die für die Weltwirtschaft von entscheidender Bedeutung sind. Verschiedene Akteure haben bereits versucht, Zugriff darauf zu erhalten. So beantragte beispielsweise das amerikanische Bergbauunternehmen KoBold Metals im Februar Zugang zum Archiv, was das Museum jedoch ablehnte.
Das Kabinett von Minister Matz betonte am Sonntag, dass Belgien einem ausländischen Privatunternehmen, mit dem keinerlei vertragliche Beziehung besteht, nicht einfach exklusiven Zugang zu den Archiven gewähren könne.

