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Inland
Justiz

Karnevalsdrama von Strépy - Angeklagter in sieben Fällen wegen Totschlags schuldig gesprochen: „Er machte sein Auto zur Waffe.“

In den Expo-Hallen von Mons in der wallonischen Provinz Hennegau wurden die Angeklagten im Schwurgerichtsverfahren gegen Paolo Falzone und seinen Beifahrer für schuldig befunden. Ihr Auto raste im März 2022 in Strépy (ebenfalls in Hennegau) in eine Gruppe von Karnevalisten. Die Geschworenen befanden Paolo Falzone des Totschlags an den sieben Todesopfern für schuldig. Laut Jury handelte er mit Tötungsabsicht. Er wurde außerdem in 79 Fällen wegen versuchten Totschlags an den (damals verletzten) Überlebenden des Unglücks verurteilt.

Andreas Kockartz
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Falzone wurde allerdings nicht des Mordes an Frédéric D’Andrea, einem der sieben Todesopfer, für schuldig befunden, wie es die Anwälte der Angehörigen beantragt hatten. Laut den Geschworenen handelte er nicht vorsätzlich.

„Paolo Falzone machte sein PS-starkes Auto zur Waffe. Die Straße war sein Spielplatz.“ Dies wird in der Urteilsbegründung für seine Verurteilung wegen Totschlags ausgeführt. „Das Auto war illegal frisiert worden. Er nannte seinen Wagen seine ‚kleine Bombe‘. Paolo Falzone war als Wahnsinniger am Steuer bekannt. Die Frage war nicht, ob er einen Unfall verursachen würde, sondern wann.“

„Am Tag des Unfalls wollte er ein ‚schönes Video‘ drehen. Er fuhr mit 174 km/h und hatte sein Handy in der Hand“, erklärte der Richter.

„Falzone hat keine Vollbremsung gemacht“

„Paolo Falzone hat keine Vollbremsung gemacht“, sagte der Richter. „Hätte er es getan, wäre er mit 34 km/h in die Gruppe der Karnevalisten gefahren und das Auto hätte nach vier Metern gehalten. Stattdessen raste er mit 105 km/h in die Gruppe.“

Während der Richter die Urteilsbegründung verlas, zeigte Falzone kaum Gefühlsregung. Auch auf das Urteil reagierte er kaum. Antonino F., ein Beifahrer, wurde wegen fahrlässiger Unterlassung verurteilt.

Der Beifahrer

Antonino F., der zum Zeitpunkt des Unfalls neben Paolo Falzone im Auto saß, wurde wegen fahrlässiger Unterlassung gegenüber 59 Menschen in Notlage verurteilt. „Vom ersten Aufprall an wusste er, was passieren würde. Er wusste, dass es Opfer geben würde“, sagte der Richter. „Dennoch leistete er keinerlei Hilfe und forderte den Fahrer nicht zum Anhalten auf.“

„Selbst als noch atmende Opfer durch das Windschutzscheibe ragten, unternahm er nichts,“ so der Richter. Er klingelte auch nicht bei den Nachbarn, um Hilfe zu holen, obwohl die Opfer offensichtlich in Not waren.

Der Prozess wird am Dienstag mit der Urteilsverkündung fortgesetzt. Das Urteil wird am Mittwoch verkündet, und Paolo Falzone und Antonino F. erfahren dann ihre Strafen.

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