Nach den Ausschreitungen am Donnerstag bei den Protesten gegen die Sparpläne im frankophonen Bildungswesen ist es auch am Freitag in der Hauptstadt zu Unruhen gekommen, insbesondere rund um den Brüsseler Hauptbahnhof und den Mont des Arts/Kunstberg. Die Brüsseler Polizei musste einen Wasserwerfer einsetzen.
Erneut Unruhen in Brüssel wegen Sparmaßnahmen im frankophonen Bildungswesen: Polizei setzt Wasserwerfer ein
Am Donnerstag demonstrierten rund 3.000 Menschen in der Hauptstadt, da im Parlament der Französischen Gemeinschaft über das Programmdekret abgestimmt werden sollte, das Sparmaßnahmen im Bildungsbereich enthält. Im Verlauf der Demonstration kam es zu Ausschreitungen und Zusammenstößen mit der Polizei. Diese nahm etwa 15 Randalierer fest.
Das Parlament billigte den Plan trotz der heftigen Protestaktionen in den vergangenen Monaten. Zu den Maßnahmen gehören unter anderem zehn Prozent mehr Unterrichtszeit für Lehrkräfte in der oberen Sekundarstufe ohne Lohnausgleich, strengere Regelungen für den Krankheitsurlaub von verbeamtetem Lehrpersonal sowie verschärfte Bestimmungen für den Übergang in den Ruhestand.
In den sozialen Medien wurde am Freitag dazu aufgerufen, gegen 13 Uhr erneut in der Umgebung des Parlaments der Französischen Gemeinschaft zu demonstrieren – sowohl gegen die Sparpläne als auch gegen das Vorgehen der Polizei und die Festnahmen. Dies führte erneut zu Spannungen.
Neue Zusammenstöße
Gegen Mittag versammelten sich erneut Gruppen von Jugendlichen rund um den Brüsseler Hauptbahnhof. Dabei wurde vereinzelt Feuerwerk gezündet. Ein Journalist der Nachrichtenagentur Belga stellte fest, dass die Polizei Tränengas einsetzen musste und mehreren Jugendlichen die Freiheit entzog.
Auch im Laufe des Nachmittags blieb die Lage angespannt. Einige Hundert Demonstranten versammelten sich in der Umgebung des Mont des Arts und des Albertinaplatzes. Die Polizei führte Identitätskontrollen durch und überprüfte Rucksäcke, während Lehrkräfte versuchten, eine Menschenkette zu bilden, um Zwischenfälle zu verhindern.
Dennoch entwickelte sich ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen der Polizei und Gruppen von Demonstranten. Es wurden kleinere Brände gelegt, unter anderem in einem Mülleimer, und mit elektrischen Leihfahrrädern wurde versucht, eine improvisierte Barrikade zu errichten. Die Polizei setzte zudem einen Wasserwerfer ein, um die Anwesenden auseinanderzutreiben. Wie viele Personen festgenommen wurden, ist unklar.


