Vor dem schweren Schulbusunfall an einem Bahnübergang in Buggenhout in Ostflandern in der vergangenen Woche hatten bereits mehrere Begleiter der betroffenen Förderschule Beschwerden über das Fahrverhalten des Fahrers eingereicht, der bei dem Unglück ums Leben kam. Dies berichtet VRT NWS auf Grundlage anonymer Aussagen und einer E-Mail, die der Redaktion vorliegt.
Schulbusunfall in Buggenhout: Anonyme Zeugen führen frühere Beschwerden über den Fahrer an
Bei dem Unfall an einem Bahnübergang am vergangenen Dienstag (28. Mai) kollidierte ein Schulbus mit einem Zug. Vier Menschen starben: der Fahrer (49), eine Begleiterin (27) und zwei Kinder (15 und 12 Jahre). Die genauen Umstände des Unglücks werden noch untersucht.
Recherchen von VRT NWS hat inzwischen ergeben, dass in den letzten Jahren mehrere Beschwerden von verschiedenen Personen, die auf der Schulbuslinie 137 mit Kindern von Förderschulen unterwegs waren, über das Fahrverhalten des Fahrers eingegangen sind. Diese Personen sollen versucht haben, die Schule, das Busunternehmen und die Provinzbehörden zu informieren, jedoch vergeblich, wie mehrere ehemalige Personen – die anonym bleiben wollten – gegenüber VRT NWS berichteten.
Personalmangel…
Laut den anonymen Zeugen betrafen die Beschwerden Handynutzung am Steuer, überhöhte Geschwindigkeit, das Ignorieren von Absperrungen und das Nichtbeachten der Vorfahrt. „Die Kinder wollten nicht mehr mit dem Bus fahren, einige mussten sich übergeben“, sagte ein Zeuge gegenüber VRT NWS. „Habe ich mich sicher gefühlt? Nein. Nein, nein“, betonte ein anderer.
Die Zeugen gaben an, dass ihnen bei ihren Beschwerden mitgeteilt wurde, dass keine anderen Fahrer verfügbar seien.
Das Busunternehmen, das als Subunternehmen für die regionale flämische ÖPNV-Gesellschaft De Lijn arbeitete, verwies für eine Stellungnahme an den Auftraggeber, der lediglich von zwei kleineren Geschwindigkeitsübertretungen in einer Tempo 30-Zone wusste. „Wir haben das Busunternehmen erneut um eine vollständige Aufklärung gebeten und erwarten diese auch“, erklärte ein Sprecher von De Lijn.
Unfallursache noch unbekannt
Die Staatsanwaltschaft Ostflandern teilte mit, dass die Ermittlungen andauern. Im Rahmen dieser Ermittlungen wird auch das Fahrverhalten des bei dem ums Leben gekommenen Busfahrers untersucht. Nach dem Bericht von VRT NWS zu den Zeugenaussagen erklärte die Staatsanwaltschaft: „Wir sind uns der Beschwerden bewusst und werden diese selbstverständlich untersuchen.“
Auf einer Pressekonferenz vergangene Woche betonte die Staatsanwaltschaft, dass der Fahrer keine Vorstrafen habe.
Zwei Tage nach dem Unfall - Ein weiterer Fahrer des gleichen Busunternehmens missachtet Schranke und Warnsignal an der Unfallstelle
Nur zwei Tage nach dem tödlichen Busunglück in Buggenhout hat sich an demselben Bahnübergang ein weiterer, ähnlicher aber glimpflich verlaufender Zwischenfall ereignet.
Nach Angaben des Busunternehmens 't Ros Beiaard fuhr einer seiner Fahrer über die Gleise, obwohl sich die Schranken bereits senkten und die Warnlichter auf Rot standen.
Mehrere Zeugen sollen den Vorfall beobachtet haben, wie aus einer internen Mitteilung der Unternehmensleitung hervorgeht. Diese Mitteilung wurde VRT NWS zugespielt.


