Nach dem dramatischen Zusammenstoß zwischen einem Zug und einem kleinen Schulbus auf einem Bahnübergang in Buggenhout in der Provinz Ostflandern am Dienstagmorgen laufen die Ermittlungen zur möglichen Unfallursache. Bei diesem Unfall kamen zwei Kinder aus einer Förderschule, eine Begleiterin und der Busfahrer ums Leben. Fünf weitere Schulkinder wurden schwer verletzt, sind aber außer Lebensgefahr.
Unfall mit Schulbus an Bahnübergang in Flandern: Ermittlungen laufen - Was ist bisher bekannt?
Der Unfall ereignete sich gegen 8 Uhr am Dienstagmorgen, als der Schulbus, der von einem Fahrer eines Subunternehmens, das für die regionale flämische Nahverkehrsgesellschaft De Lijn fährt, Schulkinder einer Förderschule zum Unterricht bringen wollte. Auf dem Weg zu dieser Schule musste der Bus den Bahnübergang in Buggenhout an der Bahnlinie 53 (Schellebelle – Löwen) überqueren.
Dabei geschah der Unfall. Bilder einer Überwachungskamera des belgischen Infrastrukturdienstleisters der Bahngesellschaft NMBS/SNCB, Infrabel, zeigen, dass die Schranken unten waren und dass die Ampelsignale dort auf Rot gestellt waren. Die Bilder zeigen nach Angaben eines Bahnsprechers aber auch, dass der Bus dies ignoriert hat und noch fuhr, als er von dem herannahenden Zug, der auf dem Weg von Mechelen nach Brügge war, erfasst wurde.
Notbremsung konnte den Unfall nicht mehr verhindern
Der Zug fuhr ursprünglich 120 km/h, drosselte aber wegen des baldigen Halts in Buggenhout sein Tempo auf 90 km/h. Der Lokführer sah dann den Bus auf dem Bahnübergang und leitete eine sogenannte Zwangsbremsung ein, die durch die Notbremse im Führerstand des Personenzuges, ein mehrteiliger Triebwagen, erfolgte.
Doch diese Notbremsung konnte nicht verhindern, dass der Zug den Bus voll traf und meterweit durch die Luft schleuderte. Das Fahrzeug landete in einer nahegelegenen Hauseinfahrt. Aus diesem Bus konnten nur fünf Schulkinder lebend, aber schwer verletzt geborgen werden. Zwei Kinder, die Begleiterin der Förderschüler und der Busfahrer kamen dabei ums Leben.
In dem Zug befanden sich rund 100 Fahrgäste, die evakuiert und im örtlichen Feuerwehrgebäude betreut wurden. Eine Person erlitt einen Schock und musste behandelt werden.
Hätte der Unfall verhindert werden können?
Diese Frage ist nur schwer zu beantworten. Lokführer warnten offenbar wiederholt vor diesem Bahnübergang in Buggenhout. Dieser ist für Autofahrer an einer unübersichtlichen Kreuzung, an der gleich mehrere Straßen zusammenkommen, gelegen. Ein Lokführer gab gegenüber VRT NWS zu verstehen, dass dieser Übergang „weg muss.“
Ermittlern zufolge wird die Frage, warum der Busfahrer den Bahnübergang trotz heruntergefahrenen Schranken, Signalwarntönen und rotem Stopplicht überfahren hat, nur schwer zu beantworten sei. Der Busfahrer hat sich, so erste Erkenntnisse, bisher verkehrstechnisch nichts zuschulden kommen lassen und er ist dementsprechend auch nicht einschlägig vorbestraft.
Die wichtigsten Zeugen für den Unfallhergang, die Begleiterin und der Busfahrer selbst sind nicht mehr am Leben und ob die fünf Förderschulkinder, die den Unfall überlebt haben, nach diesem Drama überhaupt jemals fähig sein können, etwas zum Unfallhergang berichten zu können, sei dahingestellt, wie Beobachter bemerken.
Die wichtigsten Erkenntnisse können nur der Lokführer vermitteln und die Bilder der Infrabel-Überwachungskamera an dem betroffenen Bahnübergang. Diese werden von Infrabel selber und von der ermittelnden Staatsanwaltschaft ausgewertet.

