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Das Rubens-Haus in Antwerpen zeigt einen seltenen Schatz: Eine Zeichnung mit einem Brief auf der Rückseite

Das Rubens-Haus in Antwerpen hat ein seltenes Artefakt von Peter Paul Rubens als Leihgabe erworben. Es handelt sich um ein doppelseitiges Blatt von September 1607 mit einer Zeichnung des Malers auf der einen und einem handgeschriebenen Brief auf der anderen Seite. „So etwas kommt nicht oft auf den Markt“, sagte Kuratorin An Van Camp gegenüber VRT NWS. 

Andreas Kockartz
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Seit dieser Woche kann man in der „Rubens Experience“, die Ausweichstelle für die Dauer der Restaurierung des Rubens-Hauses in Antwerpen, ein außergewöhnliches und einzigartiges Werk des Künstlers Peter Paul Rubens bewundern. Im September 1607 zeichnete er auf der einen Seite drei Männer in klassischen Gewändern und auf der anderen Seite des Blattes befindet sich der Entwurf eines Briefes von Rubens in italienischer Sprache.

Der Brief ist an seinen Malerkollegen Cristoforo Roncalli adressiert. Rubens erwähnt darin einen Auftrag der einflussreichen Eleonore de’ Medici, der Herzogin von Mantua. Zwischen 1600 und 1608 war er dort als Hofmaler tätig.

Eine Wissenslücke über Rubens schließen

Erhaltene Dokumente aus Rubens’ italienischer Schaffensperiode sind sehr selten, stellen aber eine „entscheidende Phase seiner künstlerischen Entwicklung“ dar. „Beide Seiten schließen gemeinsam eine Lücke in unserem Wissen über Rubens’ diplomatische Aktivitäten um 1607, als er in Rom als Kunstberater tätig war“, erklärte die Kuratorin des Rubens-Hauses, An Van Camp: „Zeichnungen und Briefe von Rubens tauchen heutzutage nur noch selten auf dem Kunstmarkt auf“, fährt Van Camp fort. „Normalerweise werden sie an ausländische Museen oder Sammler verkauft, daher ist dies eine echte Besonderheit für unser Land.“

Hunderte von Briefen von Rubens wurden wiedergefunden so Van Camp, doch „nur wenige davon befinden sich in Belgien. Andere lagern in Archiven oder Bibliotheken in Italien oder Frankreich. Weltweit gibt es nur einen weiteren Brief dieser Art mit einer Zeichnung auf der Rückseite. Dieses Blatt Papier befindet sich in Christchurch, Neuseeland.“

Leihgabe

Die König-Baudouin-Stiftung konnte die Zeichnung auf der Kunstmesse TeFaf in Maastricht erwerben. Das Rubens-Haus erhält das Werk jetzt für sechs Monate als Leihgabe. Zunächst wird die Zeichnung drei Monate lang ausgestellt. Anschließend wird die Seite umgeblättert, sodass der Brief zu sehen ist. Bislang besaß das Rubens-Haus lediglich zwei eigenhändige Zeichnungen und zehn Briefe von Rubens aus einer späteren Schaffensperiode.

Mehr als 100.000 € wert

Die Zeichnung kostete 110.000 €. „Eine solche Zeichnung ist nicht billig, aber sie ist einzigartig“, so Van Camp: „Der Kunsthändler verlangte auf der Messe 145.000 €, doch die König-Baudouin-Stiftung konnte einen sehr guten Preis aushandeln.“

Das Rubens-Haus ist derzeit wegen umfassender Renovierungsarbeiten geschlossen und wird frühestens 2030 wiedereröffnet. Die Zeichnung und der Brief werden bis dahin in der „Rubens Experience „ausgestellt. Nach der Wiedereröffnung des Künstlerhauses wird der Brief einen festen Platz im Museum erhalten.

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