Die belgische Bundesregierung erarbeitet eine kostengünstigere Version ihres ausgesetzten Plans für eine Energieinsel in der Nordsee, nachdem die Kosten für den ursprünglichen Plan stark gestiegen sind. Belgiens Energieminister Mathieu Bihet (MR, frankophone Liberale) wird den überarbeiteten Vorschlag der Regierung vorlegen, berichtet die flämische Tageszeitung De Standaard. Der neue Plan würde im Vergleich zum vorherigen Entwurf rund 2 Mia. € einsparen.
Belgien lässt das Projekt der Energieinsel in der Nordsee mit kostengünstigerem Plan wieder aufleben
Die „Prinzessin Elisabeth“-Energieinsel entsteht etwa 45 Kilometer vor der belgischen Küste bei Ostende. Sie soll die in den Offshore-Windparks produzierte Elektrizität an das belgische Stromnetz anschließen und Belgien zudem über ein Unterseekabel mit Großbritannien verbinden.
Im vergangenen Jahr strich die Regierung einen Teil des ursprünglichen Projekts, nachdem die geschätzten Kosten, einschließlich der geplanten Verbindung nach Großbritannien, von rund 2,2 Mia. € auf über 10 Mia. € gestiegen waren. Der Großteil der Kosten wäre von den belgischen Stromkunden getragen worden.
Der neue Vorschlag sieht die Verbindung nach Großbritannien weiterhin vor, reduziert aber deren Kapazität leicht von 1,4 auf 1,2 Gigawatt. Das Projekt kombiniert weiterhin Offshore-Windkraft mit internationalen Stromverbindungen und stärkt damit Belgiens Rolle als Energiedrehscheibe in Nordwesteuropa.
Sinkende Kosten
Laut offiziellen Angaben haben gesunkene Preise für Hochspannungstechnik dazu beigetragen, den überarbeiteten Plan kostengünstiger zu gestalten. Die Regulierungsbehörden in Belgien und Großbritannien verhandeln noch über die Aufteilung von Kosten und Nutzen zwischen den beiden Ländern. Sollte das überarbeitete Projekt genehmigt werden, könnte Belgien zudem einen dritten geplanten Offshore-Windpark bauen, dessen Bau zuvor ebenfalls auf Eis gelegt worden war.
Allerdings müssen noch einige wichtige Stromleitungen an Land fertiggestellt werden, bevor der zusätzliche Offshore-Windstrom in das belgische Netz eingespeist werden kann.
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