Der wochenlange Streik bei der belgischen Post (Bpost) hat verschiedene Probleme durch deutlich verzögerte Zustellungen ausgelöst. Unter anderem kamen rund 5.500 Stuhlproben für die Darmkrebs-Früherkennung zu spät in den Laboren an. Damit sind diese wertlos und die betroffenen Patienten müssen diese erneut abschicken. Daneben wurden Probleme aus zahlreichen weiteren Bereichen und Sektoren gemeldet. Viele Leser von VRT NWS machten die Redaktion auf solche Probleme aufmerksam.
Wochenlanger Poststreik in Belgien: Tausende Stuhlproben für Darmkrebs-Screenings wertlos
Die meisten Stuhlproben, die Patienten in die regionalen Labore geschickt hatten, waren über 14 Tage unterwegs, wodurch die entsprechenden Tests ungenaue und wenig exakte Resultate liefern würden. Dies teilte das Zentrum für Krebserkennung (CVKO) in Flandern nach Screenings von rund 500 Proben mit. Und noch sind nicht alle vor und während dem Streik versendete Proben an ihrem Ziel angekommen.
Das bedeutet, dass die Patienten neue Testkits für Stuhlproben bei ihren Ärzten oder Gesundheitszentren holen und diese erneut abschicken müssen. Bpost ist dies außerordentlich peinlich und die Direktion sucht jetzt das Gespräch mit dem Zentrum für Krebserkennung bzw. mit den entsprechenden Zentren in den anderen Regionen in Belgien.
„Nicht normal“
Laut Patrick Martens, Direktor des CVKO, steht außer Frage, dass der Streik bei Bpost die Ursache ist: „Es ist nicht normal, dass eine Röhre, die problemlos in den Briefkasten passt, dort länger als 14 Tage liegen bleibt.“
„Das kostet uns viel Geld, obwohl wir dafür nicht verantwortlich sind“, so Martens weiter. Er schätzt die Mehrkosten auf 40.000 bis 50.000 €. Darin enthalten sind die Kosten für die neuen Briefe mit Testkits, aber auch die Personalkosten.
„Wir sind sehr besorgt darüber“, sagte Mathieu Goedefroy, der Sprecher von Bpost gegenüber VRT NWS: „Die Krebsforschung liegt uns allen sehr am Herzen. Wir sind uns der Wichtigkeit dieser Sendungen vollkommen bewusst.“ Laut Goedefroy sind insbesondere Sendungen aus der Provinz Limburg betroffen: „Das liegt daran, dass die Arbeit im Sortierzentrum in Lüttich zeitweise stillstand.“
Ob die Gespräche zwischen der belgischen Post und dem flämischen Krebs-Erkennungszentrum auch über mögliche Entschädigungen oder Schadensersatz laufen werden, ist unklar.
Wo tauchen weitere Probleme auf?
Neben den zu spät zugestellten Stuhlproben zur Krebserkennung haben viele weitere Bereiche und Sektoren in Belgien Probleme durch liegengebliebene Sendungen.
Dazu gehören nicht ausgelieferte Autonummern, was zu Beschwerden in den Zulassungsstellen führte oder auch SIM-Karten für Mobiltelefone von den Telekom-Anbietern oder Bank- und Kreditkarten, die die Banken ihren Kunden zukommen lassen wollten. Dadurch hatten die Betroffenen zeitweise keine Möglichkeit, zu telefonieren oder zu bezahlen.
Bienenzüchter beklagten sich, dass Pakete, in denen Bienenköniginnen geliefert werden sollen, ihre Bestimmung deutlich zu spät erreichten. Zahlreich dieser Bienen haben das nicht überlebt…

