Bart De Wever reagierte auf die erneute Aufregung um die mögliche Strafverfolgung zweier jüdischer Beschneider im Vorfeld der jährlichen Holocaust-Gedenkfeier des Forums Jüdischer Organisationen. US-Botschafter Bill White hatte diese Woche erneut scharf gegen Belgien in der Angelegenheit der möglichen Anklagen gegen zwei jüdische Beschneider, die ihre Arbeit mutmaßlich illegal ausführen, ausgeholt.
„Belgien ist kein antisemitischer Staat“ - Premier De Wever reagiert auf Kritik an der möglichen Strafverfolgung jüdischer Beschneider
„Belgien ist kein antisemitischer Staat, das ist Unsinn“, entgegnete Belgiens Premierminister Bart De Wever (N-VA, flämische Nationaldemokraten) den Anschuldigungen des US-Botschafters Bill White und des israelischen Außenministers.
Genauso wie Belgiens Außenminister Maxime Prévot von der frankophonen Zentrumspartei Les Engagés hält es auch De Wever für unangemessen, dass der US-Botschafter die Rechtsstaatlichkeit Belgiens nicht respektiert. Laut dem Premierminister müsse die Religionsfreiheit mit den Gesetzen des Landes vereinbar sein.
„Die Beschneidung ist für den jüdischen Glauben und den Islam unerlässlich, aber das gilt auch für die Qualitätsstandards unserer Gesetzgebung. Man muss beides miteinander in Einklang bringen. Was man nicht tun sollte, ist, daraus eine gesellschaftliche Kontroverse mit scharfen Antisemitismusvorwürfen zu entfachen. Das bringt absolut nichts“, sagte De Wever am Mittwochabend vor der Kamera der VRT-Magazinredaktion „Terzake“ („Zur Sache“).

