Nach den aktuellen Zahlen des Internationalen Währungsfonds (IWF) verzeichnete Belgien 2025 das größte Haushaltsdefizit in der Eurozone. Dies erhöht den Druck auf die Staatsfinanzen und erschwert Forderungen nach zusätzlichen Unterstützungsmaßnahmen z.B. in der Frage der hohen Energiepreise.
Belgien verzeichnet für 2025 das größte Haushaltsdefizit in der Eurozone
Das belgische Defizit stieg um 0,9 Prozentpunkte auf 5,3 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und überholte damit Frankreich, wo es auf 5,1% sank, berichtet die flämische Wirtschaftszeitung De Tijd. In der Eurozone lag das durchschnittliche Defizit bei 3 % und stand damit im Einklang mit den europäischen Haushaltsregeln.
Der IWF erwartet kurzfristig kaum eine Verbesserung. Bei unveränderter Politik dürfte das belgische Defizit sowohl 2026 als auch 2027 über 5 % liegen und Belgien zählt damit weiter zu den schwächsten Ländern der Eurozone (die Länder der EU, in denen der Euro das alleinige Zahlungsmittel ist).
Kaum noch Spielraum
Premierminister Bart De Wever von den flämischen Nationaldemokraten N-VA hat wiederholt auf das hohe Haushaltsdefizit hingewiesen und argumentiert, dass kaum Spielraum für neue Ausgaben bestehe, insbesondere um die steigenden Energiekosten für Haushalte und Unternehmen abzufedern.
Diese Position gerät innerhalb der Regierungskoalition unter Druck, da mehrere Parteien gezielte Unterstützungsmaßnahmen fordern. Die Debatte birgt die Gefahr, die Einheit der Regierung weiter zu belasten, gerade in einer Zeit, in der die öffentlichen Finanzen ohnehin unter Beobachtung stehen.
Das Monitoring-Komitee hatte zuvor geschätzt, dass zusätzliche Einsparungen oder Mehreinnahmen in Höhe von 4,9 Mia. € erforderlich wären, um die europäischen Ausgabenregeln einzuhalten. Dieses Komitee ist ein Gremium hochrangiger Beamter, das den Haushalt und die Staatsfinanzen überwacht und über die Haushaltslage berichtet.

