Die belgische Staatsbahn NMBS/SNCB verzeichnete 2025 den zweiten Gewinnrückgang in Folge, hauptsächlich aufgrund der anhaltenden Streiks der Mitarbeiter, wie aus dem jüngsten Jahresabschluss hervorgeht. Der operative Gewinn halbierte sich auf 54,2 Mio. €, verglichen mit 131,6 Mio. € im Jahr 2024.
Gewinneinbruch bei der belgischen Bahn trotz steigender Fahrgastzahlen
Die belgische Bahn gab an, dass die Einnahmen langsamer als erwartet gewachsen seien, während die Kosten nicht so stark gesunken seien wie eigentlich vorhergesehen. Insgesamt 27 Streiktage führten im vergangenen Jahr zudem zu Einschränkungen im Zugverkehr und geschätzten Einbußen im Bereich des Fahrkartenverkaufs um 2 Millionen Tickets. Trotz dieser negativen Entwicklungen stiegen die Fahrgastzahlen leicht um 1 % auf 207,8 Millionen Pendler und Reisende. Die NMBS berichtete außerdem von Verbesserungen bei der Pünktlichkeit und der Kundenzufriedenheit.
Das Unternehmen reduzierte seine Schulden deutlich von 2,15 Mia. € im Jahr 2024 auf 1,53 Mia. € im vergangenen Jahr. Dies lag teilweise an verzögerten Investitionen in Züge, Bahnhöfe und digitale Projekte. Gleichzeitig lässt die Bahn wissen, dass sich ihre Finanzlage sich seit 2022 stetig verbessert habe. Der Fahrkartenverkauf zeigte uneinheitliche Entwicklungen. Gelegenheitsfahrkarten entwickelten sich sehr gut und stiegen im Vergleich zu 2019 (vor Corona) deutlich an. Die Zahl der Pendlerabonnements erreichte wieder das Niveau von vor der Pandemie. Studierenden nahmen offenbar letztes Jahr weniger Abos.
Grobe Überschätzungen
Die tatsächliche Nutzung dieser Fahrkarten blieb jedoch aufgrund der seitdem vermehrten Arbeit im Homeoffice geringer. Die Fahrgastzahlen der Vorjahre wurden in dieser Hinsicht denn auch neu berechnet. Demnach gab es 2019 (vor Corona) nicht 253 Millionen, sondern 230 Millionen Bahnfahrgäste - ein Unterschied von 9 %. Und 2024 wurden nicht 245 Millionen, sondern „nur“ 205,6 Millionen Reisende befördert - eine Differenz von 16 %.
Insgesamt bezeichnete die belgische Bahn ihre Geschäftsentwicklung als „durchwachsen“, mit stetig stetigen Fahrgastzahlen, aber anhaltendem finanziellen Druck.

