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Wirtschaft

Lohntransparenz: Vor allem flämische Unternehmen hinken hinterher

Die EU-Richtlinie zur Gehaltstransparenz muss spätestens bis zum 7. Juni in belgisches Recht umgesetzt werden. Knapp drei Monate vor Ablauf dieser Frist informieren offenbar nur die Hälfte (49,6 %) der belgischen Unternehmen über die Gehälter ihrer Mitarbeiter. In Flandern betrifft dies laut einer Studie des HR-Dienstleisters Acerta lediglich jedes dritte Unternehmen (32,3 %). Wallonische Unternehmen schneiden in puncto Transparenz deutlich besser ab (62,5 %), während Brüsseler Unternehmen im Durchschnitt liegen (48,8 %).

Andreas Kockartz Belga
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Laut Acerta besteht auch hinsichtlich der transparenten Kommunikation der Vergütung im Bewerbungsprozess noch Handlungsbedarf. Derzeit informieren nur 44,3 % der Unternehmen Bewerber darüber, wie viel Kollegen in derselben Position im Unternehmen verdienen. Auch dies ist in der EU-Richtlinie vorgeschrieben.

Zwei Drittel (66,3 %) der Arbeitgeber stellen jedoch bereits im Bewerbungsprozess klare Informationen zu den Regeln und Kriterien für Gehaltserhöhungen und Beförderungen bereit. Die Frage nach dem vorherigen Gehalt eines Bewerbers ist künftig nicht mehr zulässig.

Große Unternehmen gehen mit einer klar definierten und transparenten Gehaltsstruktur voran, während kleine Betriebe (bis zu neun Mitarbeiter) häufiger spontane Gehaltserhöhungen vornehmen, so Acerta.

HR-Dienstleister Acerta sieht die mangelnde Transparenz bei den Gehältern unter anderem in der fehlenden klaren Gesetzgebung. „Das hindert Unternehmen daran, schneller zu handeln“, heißt es dazu. Zudem geben 6 von 10 Arbeitgebern an, dass Geld im Unternehmen immer noch ein Tabuthema ist.

Die Studie von Acerta wurde mit Unterstützung von Bart Meuleman, Soziologe und Umfragemethodiker an der Katholischen Universität Löwen in Flämisch-Brabant (KU Leuven), mit einer repräsentativen Stichprobe unter 600 belgischen Arbeitgebern durchgeführt.

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