Der Gouverneur von Westflandern, Carl Decaluwé, bittet Frankreich, Großbritannien und die belgische Bundespolizei um zusätzliche Hilfe, um das Problem des Menschenschmuggels entlang der Nordseeküste in den Griff zu bekommen. In der Nacht zum Mittwoch wurden in De Haan 19 Migranten aus einem sinkenden Schlauchboot gerettet. Es war das erste Mal, dass ein Boot so weit von der französischen Grenze entfernt abgefangen wurde. „Unterstützung der Bundespolizei ist nicht nur an der Westküste, sondern in allen Polizeizonen entlang der Küste nötig, um die Situation unter Kontrolle zu bringen“, so Decaluwé.
Nach der Rettung eines Flüchtlingsbootes vor der belgischen Küste fordert Westflanderns Provinzgouverneur weitere Hilfe
„Die Osterfeiertage stehen vor der Tür und ich will nicht, dass Boote mit Migranten zwischen den Surfern kreuzen“, betont der Gouverneur nachdrücklich: „Das Problem der Schleuser, die versuchen, Migranten von unseren Stränden auf seeuntüchtige Boote nach Großbritannien zu bringen, breitet sich auf die gesamte Küste aus.“
Gegenüber VRT NWS erklärte Provinzgouverneur Decaluwé, dass man eine Verlagerung erwartet hatte, da an der Westküste bereits viele Kontrollen stattfinden: „Die Bundespolizei unterstützt die lokale Polizei in De Panne, Koksijde und Nieuwpoort seit einigen Wochen. Die Schleuser wissen das vermutlich und versuchen jetzt, Menschen in den Dünen und an Stränden weiter entfernt von der französischen Grenze abzusetzen. Vor Kurzem gab es bereits Versuche in Lombardsijde und Westende und letzte Nacht zum ersten Mal auch jenseits von Ostende in De Haan. Daher wird auch in den anderen Polizeizonen entlang der Küste Hilfe benötigt. Ich werde um eine Aufstockung der Bundesunterstützung bitten, andernfalls werden wir die Situation nicht mehr unter Kontrolle bringen können.“
Grenzschließung zu Frankreich - Hilfe von den Briten?
Der Gouverneur wird Innenminister Bernard Quintin (MR) bitten, die Grenze zu Frankreich zu schließen oder zumindest systematische Kontrollen durchzuführen. „Gestern kamen 80 Migranten mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus Dünkirchen an unsere Küste. Grenzkontrollen sind daher dringend notwendig.“
Der Gouverneur bittet außerdem die Briten um Unterstützung: „Sie verfügen über hochmoderne Ortungstechnik, um Migranten am Strand und im Meer aufzuspüren. Es wäre hilfreich, wenn sie uns diese innovative Ausrüstung zur Verfügung stellen könnten, damit wir möglichst viele Menschen daran hindern können, ins Wasser zu gehen und sich in Gefahr zu begeben. Ich werde Innenminister Quintin daher bitten, seine britischen Kollegen zu kontaktieren, um zu klären, welche Unterstützung wir von ihnen erhalten können. Wir werden sie dringend benötigen.“



