Die Polizei an der belgischen Westküste unweit der französischen Grenze an der Nordsee und in Middelkerke wird in den kommenden Tagen und Nächten in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt, um Migranten auf dem Weg nach England abzufangen. Aufgrund des schönen Wetters wird erwartet, dass viele Menschen aus Flüchtlingslagern in Nordfrankreich an unsere Küste kommen werden, um von hier aus in kleinen Booten über den Ärmelkanal auf die Britischen Inseln zu gelangen.
Transitmigranten: Aktuell sind die Schleuser an der belgischen Nordseeküste wieder sehr aktiv
An der Küste fing die Polizei am Dienstagbend in Lombardsijde, einem Ortsteil von Middelkerke, zwei Fahrzeuge mit Schleusern ab. Nahe Lombardsijde waren bereits zwei Boote mit mindestens 30 Migranten in See gestochen. Die Polizei schickt die Boote zurück nach Frankreich, wo sie von der französischen Polizei in Empfang genommen werden. In Oostduinkerke wurden acht weitere Personen aus den Dünen geholt, die dort auf ihre Überfahrt warteten.
Am Dienstagabend wurde in Adinkerke bei De Panne auch die Grenze nach Frankreich geschlossen. Busse mit insgesamt 300 Personen waren auf dem Weg zur belgischen Küste, um die Überfahrt zu wagen. Die Polizei hatte schon mit einer arbeitsreichen Nacht gerechnet, da Frankreich gewarnt hatte, dass diese Menschen ein Zeltlager verlassen hatten.
Letzte Woche war es relativ ruhig
Die vergangene Woche lief im Zuständigkeitsbereich der Polizei an der Westküste in Bezug auf Transmigranten relativ ruhig ab. Seit Januar hatten die Beamten alle Hände voll zu tun mit dem enormen Zustrom von Flüchtlingen, die die Überfahrt wagten. Einige Überfahrten verliefen erfolgreich. Viele wurden aber abgefangen. Innerhalb weniger Wochen wurden mehr als 120 Transmigranten und 27 Schleuser festgenommen. Auch mehrere Fahrzeuge wurden beschlagnahmt.
„Aufgrund des ungünstigen Wetters der letzten Tage – relativ kalt, oft neblig und windig – war es deutlich ruhiger“, sagte Nicholas Paelinck, Polizeichef der Zone Westküste am Dienstag gegenüber VRT NWS: „Aber ab heute Abend und in den kommenden Tagen ist die Lage angespannt. Dank der sehr genauen Wettervorhersagen unserer englischen Kollegen wissen wir, dass die Bedingungen für Transitmigranten, die Überfahrt zu wagen, sehr günstig werden.“

