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Gesundheit

Belgische Forscher arbeiten an einem Bakterien-basierten Nasenspray gegen Long COVID

Belgische Wissenschaftler der Katholischen Universität (UCLouvain) in Neu-Löwen in Wallonisch-Brabant haben ein Bakterium entdeckt, das möglicherweise vor Long COVID schützt. Die Forscher hoffen, ein probiotisches Nasenspray entwickeln zu können, das Menschen vor anhaltenden Symptomen nach einer Coronavirus-Infektion schützt. Die Studie wurde am Dienstag in der Fachzeitschrift „Microbiology Spectrum“ veröffentlicht.

Andreas Kockartz Belga
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Die Forschung begann 2021 mitten in der Pandemie. Die Forscher begleiteten 156 COVID-Patienten über fünf Jahre. Sie entnahmen Blutproben und Nasenabstriche während der akuten Infektion und erneut nach drei Monaten. Dabei zeigte sich, dass das Bakterium Dolosigranulum pigrum, das natürlicherweise in der Nasenschleimhaut vorkommt, bei Patienten mit Langzeitsymptomen weniger stark vertreten war. Bei Probanden, bei denen das Bakterium in größerer Anzahl vorhanden war, dauerten Symptome wie starke Müdigkeit, kognitive Probleme und Atemnot weniger lang an.

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickeln etwa 6 % aller COVID-19-Patienten eine Langzeitfolge der Erkrankung. Das entspricht weltweit rund 400 Millionen Menschen. Die Schutzwirkung von Dolosigranulum pigrum bei Influenza war bereits nachgewiesen. Die neue Erkenntnis bestärkt die Annahme, dass das Bakterium eine Rolle bei der Linderung anhaltender Atemwegssymptome nach einer Virusinfektion spielt.

Weitere Forschung notwendig

Ein weiteres wichtiges Ergebnis ist, dass Antibiotika das respiratorische Mikrobiom stören. Patienten, die während ihres Krankenhausaufenthalts Antibiotika erhielten, entwickelten mit höherer Wahrscheinlichkeit eine Langzeitfolge von COVID-19, vermutlich weil die Behandlung auch die schützenden Bakterien beeinträchtigte. Die Forscher hoffen, dass ihre Ergebnisse die Entwicklung neuer Behandlungsstrategien beschleunigen werden. Ziel ist die Entwicklung eines Probiotikums, beispielsweise in Form eines Nasensprays, das Menschen vor schweren Infektionskrankheiten wie COVID-19 und Grippe schützen kann.

„Wir sind noch nicht so weit“, erklärte Patrice Cani, Professor am „Louvain Drug Research Institute“ der Uni in Neu-Löwen (UCLouvain). Weitere Untersuchungen seien erforderlich, um einen ursächlichen Zusammenhang nachzuweisen, fügt er hinzu. In einer späteren Phase können die Ergebnisse an Labortieren getestet werden, bevor ein Spray an Menschen erprobt wird. „Derzeit konzentriert sich die Behandlung hauptsächlich auf die Linderung der Symptome, unter anderem durch Physiotherapie. Eine spezifische Therapie gibt es noch nicht“, so Laure Elens, Professorin am „Louvain Drug Research Institute.“

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