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Inland
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Der frühere Diplomat und Geschäftsmann Étienne Davignon (93) steht wegen Beihilfe zum Mord an Patrice Lumumba 1961 vor Gericht

Der frühere Spitzendiplomat und noch stets aktive Geschäftsmann Étienne Davignon (93, Foto) steht wegen Beihilfe zum Mord an Patrice Lumumba, dem ersten Premierminister des Kongo, vor Gericht. Die Anklagekammer in Brüssel hat beschlossen, ihn an das Strafgericht zu verweisen. Davignon kann jedoch gegen diesen Vorgang Berufung einlegen.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Die Bundesanwaltschaft klagt den früheren Staatsminister wegen Beihilfe zu Kriegsverbrechen an, insbesondere wegen seiner Beteiligung an der rechtswidrigen Inhaftierung oder Überstellung einer durch Konventionen geschützten Person, wegen der Verweigerung des Rechts auf ein ordentliches und unparteiisches Verfahren gegen Patrice Lumumba sowie wegen der erniedrigenden und entwürdigenden Behandlung, der Patrice Lumumba ausgesetzt war.

Dieser Fall ist historisch. Es ist der erste Prozess gegen einen belgischen Kolonialbeamten wegen des Mordes an einem kongolesischen Regierungsmitglied. Étienne Davignon ist der einzige noch lebende der 10 belgischen ursprünglich Angeklagten in dem Fall, den die Familie Lumumba vor 15 Jahren vor belgischen Gerichten angestrengt hatte.

Berufung möglich

Patrice Lumumba wurde 1961, kurz nach der Unabhängigkeit der ehemaligen belgischen Kolonie Kongo, verhaftet, gefoltert und ermordet. Davignon war damals Diplomat im Außenministerium und für den Kongo zuständig und wusste, dass die belgische Regierung Lumumba verschwinden lassen wollte.

Der heute 93-jährige Etienne Davignon kann er jedoch noch Berufung einlegen. Und er wird dies voraussichtlich auch tun. Davignon war am Dienstag nicht im Justizpalast anwesend. Auch im Januar und im Juni 2025 fehlte er, als die nicht-öffentlichen Sitzungen der Voruntersuchung in diesem Verfahren stattfanden.

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