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In Brüssel stagniert die Luftqualität: Verschärfung der Umweltzone schuld

Zwischen 2024 und 2025 gab es an 24 Messstationen im Großraum Brüssel keine nennenswerte Verbesserung der Luftqualität. Dies meldet die regionale Nachrichtenplattform BRUZZ. Die jährlichen Stickstoffdioxidkonzentrationen stiegen sogar leicht an, wie Messungen der Stadtbewegung BRAL mit Unterstützung der Brüsseler Umweltagentur zeigen. Laut der regionalen Umweltvereinigung BRAL, die sich für ein nachhaltiges, inklusives und lebenswertes Brüssel einsetzt, sind die Zahlen eine direkte Folge der Verschiebung der Verschärfung der Brüsseler Umweltzone. 

Andreas Kockartz
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BRAL überwachte im Rahmen des Projekts „Expair“ zwei Jahre lang die Stickstoffdioxidkonzentration (NO₂) in der Brüsseler Luft. Dieses Gas ist ein guter Indikator für die lokale Luftverschmutzung, insbesondere durch den Autoverkehr. Von den 24 Messpunkten weisen die Guldenvlieslaan am innerstädtischen Ring (auch als „Kleiner Ring“ bekannt), die Piersstraat in Molenbeek und die Vlaamsepoort am Ende der Dansaertstraat und der großen Verkehrskreuzung am Kanal die schlechtesten Werte auf (Foto oben).

Es handelt sich dabei entweder um besonders stark befahrene Hauptverkehrsstraßen mit häufigem Brems- und Anfahrverkehr oder, wie im Fall der Piersstraat, um eine enge Wohnstraße mit relativ hohem Autoverkehr. An diesen drei Messpunkten überschreitet Brüssel den europäischen Grenzwert von 40 µg/m³.

Besonders besorgniserregend für BRAL ist jedoch der allgemeine Trend. Nach einer Phase stetiger Verbesserung stagnieren die Werte nun. Zwischen Juni 2024 und Juni 2025 lag der NO₂-Durchschnitt bei 33,2 µg/m³, was sogar leicht über dem vorherigen Durchschnitt (32,4 µg/m³) liegt. Die Stadtentwicklungsinitiative bezeichnet die Ergebnisse als „besorgniserregend“. Der europäische Standard, den Brüssel bis 2030 erreichen muss, liegt bei 20 µg/m³. Bisher hat kein Messpunkt diesen Wert erreicht.

Ein verlorenes Jahr für die Luftqualität – Jeder Sechste leidet an Atemwegserkrankungen

Die stagnierenden Zahlen sind kein Zufall, sondern die Folge der Verschiebung der Verschärfung der Umweltzone, so die Brüsseler Umweltvereinigung BRAL. „Die Zahlen zeigen, dass die Verschiebung der für 2025 geplanten nächsten Phase der Umweltzone ein verlorenes Jahr für die Verbesserung der Luftqualität in Brüssel bedeutet. Die Wirksamkeit der Umweltzone hängt von einem klaren Fahrplan und Zeitplan ab, der den Bürgern die nötige Transparenz und Zeit gibt, ihr Verhalten anzupassen“, erklärte Lauren de Crombrugghe von BRAL gegenüber BRUZZ: „Die jüngste politische Unsicherheit verhindert dies und sorgt nur für noch mehr Verwirrung.“

Zahlen von vor der Verschiebung zeigen einen positiven Trend. Die stagnierende Luftqualität stellt inzwischen (wieder) ein Gesundheitsrisiko dar, betont die BRAL – eine Warnung, die auch der Kinderarzt Daan Van Brusselen kürzlich aussprach: „Luftverschmutzung verursacht Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Probleme und hat auch Auswirkungen auf das psychische Wohlbefinden und Aufmerksamkeitsstörungen. Jeder sechste Brüsseler leidet an einer Atemwegserkrankung.“ Deshalb muss die Politik weiterhin den Fokus auf die Gesundheit legen, so die gemeinsame Forderung der damit befassten Organisationen und Behörden.

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