Die Rentenreform der belgischen Bundesregierung stößt landesweit auf Kritik und Unsicherheit. Zudem kritisieren Frauenverbände die Reform auf das Schärfste, da diese Frauen deutlich benachteilige. Bundesfinanz- und Rentenminister Jan Jambon von den flämischen Nationaldemokraten N-VA (Foto) gibt an, es gebe keine anderen Möglichkeiten.
Wachsende Kritik: Ist die Rentenreform in Belgien frauenfeindlich?
Die Kritik an der Rentenreform der Arizona-Regierung ist nicht neu. Vor kurzem hatte auch der belgische Staatsrat geurteilt, dass diese Reform für Frauen nachteilig sei. Die Anpassungen der Regierung an die Rentenreform konnte aber nicht dazu beitragen, Kritik und Bedenken dagegen auszuräumen, besonders nicht den Vorwurf, die Reform sei frauenfeindlich.
Klar ist, dass Beschäftigte, die in Teilzeit arbeiten, Nachteile durch die Rentenreform haben. Tatsache ist auch, dass Teilzeitarbeit bei Frauen deutlich häufiger vorkommt, als bei Männern. Um in Belgien aber in Zukunft ein volles Arbeitsjahr auf die Rente angerechnet zu bekommen, muss ein Arbeitnehmer oder eine Arbeitnehmerin in Zukunft 156 Arbeitstage geleistet haben. Bislang lag dieser Richtwert bei 104 Arbeitstagen. Dies schränkt den Zugang zum vorzeitigen Ruhestand für einige Frauen ein.
Finanz- und Rentenminister Jambon sagte dazu, dies sei nicht zuletzt auch ein Anreiz für Frauen, mehr zu arbeiten. Dadurch würden sie mehr verdienen und damit würde auch der Einkommensunterschied zu den Männern weiter abgebaut. Gerade diese „Theorie“ wird von den Frauenverbänden in Belgien als frauenfeindlich gewertet… Viele Frauen haben bereits viele Jahre gearbeitet - wenn auch in Teilzeit, aber im Hinblick auf die Rentenreform vielleicht noch nicht lange genug.
Ganz nebenbei: Die in Belgien aktiven Frauenbewegungen haben festgestellt, dass Frauen im Allgemeinen hierzulande durchschnittlich 28 % weniger Rente bekommen.

