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Politik

Gericht verbietet den Streik der maritimen Verkehrsleitung in Zeebrügge – Aktionen weiteten sich auf den Antwerpener Hafen aus, sind aber zu Ende

Das erstinstanzliche Gericht in Brügge verbietet den Streik der maritimen Verkehrsleitung im Tower am Hafen von Zeebrügge. Der flämische Unternehmerverband VOKA und einige dort ansässige Hafenunternehmen haben gegen diesen Streik mit einer einstweiligen Verfügung geklagt und in erster Instanz Recht bekommen. Der Streik wurde also abgebrochen. Doch inzwischen streikten auch die Mitarbeiter anderer Verkehrsleitzentralen, z.B. an der Schelde, sodass zeitweise auch der Antwerpener Hafen blockiert war. Im Laufe des Vormittags aber wurden auch diese Aktionen ausgesetzt und Schiffe können wieder Antwerpen anlaufen.

Andreas Kockartz
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Die Mitarbeiter der maritimen Verkehrsleitung der belgischen See- und Küstenhäfen streikten aus Protest gegen die Rentenreform der Bundesregierung. Das Problem ist, dass diese Verkehrsleitungen den Schiffsverkehr der großen Häfen Zeebrügge und Antwerpen sowie Gent behinderte, was enorme wirtschaftliche Folgen hat.

Durch das Urteil von Brügge waren die Verkehrsleiter dazu verpflichtet, ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Hätten sie das nicht getan, hätte ihnen Zwangsgeld von 1.000 € pro Stunde Streik gedroht. Inzwischen war ein Gerichtsvollzieher angestellt, der den Vorgang bearbeitete. In der Nacht zum Mittwoch nahmen die Mitarbeiter der Leitstelle Zeebrügge ihre Arbeit wieder auf.

Aktionen weiteten sich aus, sind aber jetzt zu Ende

Allerdings galt dieses erstinstanzliche Urteil nur für die Verkehrsleitzentrale in Zeebrügge und nicht für die Tower, die die Hochseefrachter auf der Schelde auf dem Weg von und nach Gent und Antwerpen begleiten. Und hier wurde am Dienstagabend ebenfalls die Arbeit niedergelegt. Inzwischen war die Schelde völlig blockiert.

Am Mittwochmorgen hatten bereits rund 90 Schiffe vor der belgischen Küste den Anker geworfen und auf eine Möglichkeit gewartet, ihren Bestimmungshafen anlaufen zu können. Das bedeutete, so der flämische Unternehmerverband VOKA und die Hafenunternehmen, dass die gesamte logistische Kette gestört war.

Der Schiffsverkehr wird derzeit ausschließlich von niederländischen Lotsen vom Tower Zantvliet aus geleitet. Belgische Lotsen können aufgrund von Aktionen der Schifffahrtsbehörde in Vlissingen nicht eingesetzt werden.

Millionenverluste

„Das ist unverantwortlich; die Kosten steigen rasant in die Millionen“, erklärte Johan Klaps (N-VA), des Antwerpener Hafenschöffe und gleichzeitig Vorsitzender des Hafens Antwerpen-Brügge: „Auch im letzten Jahr haben wir aufgrund solcher Streiks Einbußen im Schiffsverkehr erlitten. Schiffe entscheiden sich dann einfach dafür, den Hafen von Antwerpen nicht mehr anzulaufen. Wenn wir so einen  unzuverlässigen Charakter bekommen, werden die Reedereien ihre Routen systematisch ändern. Das wird massive Auswirkungen auf Verkehrszahlen, Einnahmen und Beschäftigung haben. Es geht um die Existenzgrundlage von über 100.000 Menschen. Das ist unverantwortlich, skandalös und schlichtweg inakzeptabel.“

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