Für den von der belgischen Marine geenterte und beschlagnahmte Tanker „Ethera“ (Foto) verlangt der Staat eine Kaution, die auf eine Summe von 10 Mio. € festgelegt wurde. Dies teilten die Bundesministerien für Inneres, Verteidigung und Mobilität mit. Bei der Durchsuchung und Kontrolle des Schiffs seien insgesamt 45 Verstöße gegen geltendes Recht festgestellt worden, hieß es dazu weiter.
10 Mio. € Kaution für den in Belgien festgesetzten Tanker aus der russischen Schattenflotte
Die belgischen Behörden haben festgelegt, dass die „Ethera“ erst nach der Zahlung der Kaution und nach einer Kontrolle, ob alle Vorschriften des belgischen und internationalen Rechts eingehalten werden, freigegeben werden könne. Erst dann dürfe das Schiff auslaufen und den Hafen von Zeebrügge wieder verlassen. Bis dahin muss die Besatzung übrigens an Bord bleiben.
Der Öltanker „Ethera“, der unter der Flagge Guineas fährt, war in der Nacht zum Sonntag von der belgischen Marine mithilfe von Hubschraubern der Armee vor der hiesigen Küste geentert und von den Bundesbehörden beschlagnahmt worden. Dabei wurde das Schiff in den Hafen von Zeebrügge gebracht, wo es bis auf weiteres festgesetzt wurde.
Unter falscher Flagge?
Der Frachter, der offensichtlich unter falscher Flagge fuhr, steht auf der Sanktionsliste der Europäischen Union gegen Russland und wird der Schattenflotte zugerechnet. Aus der Identifizierung der Besatzung ist ersichtlich, dass der Kapitän ein Russe ist und dass dessen Offiziere aus Indien, Georgien und Indonesien stammen und dass die Matrosen zumeist Inder sind. Die Reederei, für die die „Ethera“ angeblich unterwegs ist, hat offenbar Verbindungen zu iranischen Geschäftsleuten.
Fachleute sind der Ansicht, dass gerade die „Ethera“ ein Schiff sei, das einen deutlichen Spionageauftrag habe. Vor der belgischen Küste verlangsamte der Tanker seine Fahrt zusehends und er veränderte abrupt mehrmals die Fahrtrichtung, was alleine schon verdächtig erschien…

