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Belgische Armee entert Öltanker der russischen Schattenflotte – Das Schiff wurde beschlagnahmt

Die belgische Armee hat mit Unterstützung der französischen Armee am Wochenende einen Öltanker der russischen Schattenflotte beschlagnahmt. Verteidigungsminister Theo Francken (N-VA) gab dies kurz nach Mitternacht am Samstagmorgen bekannt. „Das Schiff wird derzeit in den Hafen von Zeebrügge eskortiert, wo es beschlagnahmt wird“, so Francken kurz nach der Aktion.

Andreas Kockartz
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Der Minister schrieb, die „Operation Blue Intruder“ sei von einem Team außergewöhnlich mutiger Soldaten durchgeführt worden. Später veröffentlichte er mehrere Fotos, die Hubschrauber des Typs NH90 zeigen, die von der französischen und belgischen Marine eingesetzt werden. Gegen 8:30 Uhr zeigte die Schiffsverfolgungswebsite Vesselfinder mehrere Schlepper, die die „Ethera“ in den Hafen von Zeebrugge geleiteten. Die „Ethera“ ist ein Öltanker, der auf der Website War Sanctions als Schattentanker geführt und mit der russischen Regierung in Verbindung gebracht wird.

Laut der Website gehört das Schiff zu Fractal Marine DMCC, einem der drei Haupttransportunternehmen für russisches Öl. Es soll Mohammad Hossein Shamkhani gehören, dem Sohn von Ali Shamkhani, einem politischen Berater des iranischen Regimes und ehemaligen Verteidigungsminister. Zudem soll das Schiff unter der Flagge von Guinea fahren, was aber gefaked sein soll.

Unter falscher Flagge

In seiner Nachricht, die auch ein Bild eines Tankers enthielt, dankte Francken Justizministerin Annelies Verlinden (CD&V), Außenminister Maxime Prévot (Les Engagés) und seiner französischen Amtskollegin Catherine Vautrin. Justizministerin Verlinden hatte gemeinsam mit Verteidigungsminister Francken und Mobilitätsminister Jean-Luc Crucke (Les Engagés) von einem Einsatzführungsposten aus beobachten, wie Belgien erstmals ein Schiff enterte, das im Verdacht stand, Teil der russischen Schattenflotte zu sein. 

ANSEHEN

Die belgische Armee führte die Operation aufgrund von Geheimdienstinformationen durch, wonach das Schiff unter falscher Flagge fuhr und somit zur Schattenflotte gehörte, teilte Verlindens Büro in einer Pressemitteilung mit. Laut Verlinden, die auch für die Belange der belgischen Nordsee zuständig ist, ist die Operation am Samstagabend ein Paradebeispiel für „enge und sichere Zusammenarbeit sowie den Einsatz außergewöhnlicher Fähigkeiten und Spezialisierung“.

Die Ministerin betonte die Wichtigkeit der Sicherheit in und um die Nordsee. „Zunehmende geopolitische Spannungen und organisierte Kriminalität machen unser Meer, seine lebenswichtige Infrastruktur, die Schifffahrt und unsere Häfen verwundbarer denn je“, sagte sie. Vorfälle in der Nordsee und anderswo, wie beispielsweise in der Ostsee, zeigen, wie schnell kritische Anlagen in diesem einzigartigen und sich rasant verändernden Sicherheitsumfeld ins Visier genommen werden können.

„Professionelles und entschlossenes Vorgehen“

Premierminister Bart De Wever zeigte sich in einer ersten Stellungnahme ebenfalls zufrieden mit der Operation. „Ich gratuliere unseren Streitkräften zu ihrem professionellen und entschlossenen Vorgehen während der erfolgreichen Operation und danke unseren französischen Partnern für ihre wertvolle Unterstützung“, schrieb er auf X. „Belgien wird stets das internationale Seerecht wahren und auf jede Verletzung der Sicherheit seiner Hoheitsgewässer entschieden reagieren.“

Bereits im Januar hatte Frankreich einen Tanker festgesetzt, der im Verdacht stand, Teil der russischen Schattenflotte zu sein. Die französischen Behörden ließen den Öltanker nach einigen Wochen wieder auslaufen. Der Eigentümer wurde zu einer Geldstrafe in Millionenhöhe verurteilt.

Im Februar erklärte ein russischer Beamter, Moskau sei bereit, seine Marine zum Schutz russischer Schiffe vor europäischen Beschlagnahmungen einzusetzen. Der Beamte warnte vor „harten Gegenmaßnahmen“ gegen die europäische Schifffahrt, da die Jagd auf die sogenannte „Schattenflotte“ des Kremls intensiviert werde. Belgiens Armee- und Stabschef General Frank Vansina sagte dazu, dass die Armee auf Gegenreaktionen durch Moskau vorbereitet sei... 

Die geenterte "Ethera" im Hafen von Zeebrügge

Selenskyj lobt den belgischen Einsatz

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte den belgischen und französischen Einsatz zur Enterung dieses Schattenflottenschiffe nach Bekanntwerden des Vorgangs gelobt und begrüßte „die entschlossene Maßnahme gegen eine schwimmende Finanzierungsquelle Russlands.“

Der 180 m lange Tanker war auf dem Weg von Marokko nach Sankt-Petersburg, als er von belgischen und französischen Marinesoldaten geentert wurde. Er hatte auf seinem Weg durch die Nordsee vor Frankreich und Belgien sein Tempo verlangsamt und mehrmals abrupt seine Fahrtrichtung und -route verändert. 

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