Premierminister Bart De Wever (Foto, N-VA) reagierte am Montag zum ersten Mal nach seinem Urlaub in Sölden während der Krokusferien auf den Fall White. Der US-Botschafter mischte sich in den vergangenen Tagen mehrmals in die belgische Innenpolitik ein: „Es ist nicht die Aufgabe eines Botschafters, die nationale Politik ständig aufzurütteln.“
Streit mit US-Botschafter White - Belgiens Premierminister De Wever nach seinem Urlaub: „Nicht die Aufgabe eines Botschafters, die nationale Politik aufzurütteln“
Kann Bill White noch als amerikanischer Botschafter in unserem Land fungieren? „In diplomatischen Angelegenheiten ist der Außenminister (Maxime Prévot, Red.) dafür verantwortlich, genau festzulegen, wie die Rolle eines Botschafters in unserem Land gestaltet wird“, antwortete Premierminister Bart De Wever.
De Wever ergänzte, er habe die Kontroverse der vergangenen Woche „aus der Ferne, aber mit großer Überraschung“ verfolgt: „Die Amerikaner haben eine andere diplomatische Tradition als wir. Unsere Botschafter sind in der Regel Personen, die eine Karriere in der Diplomatie aufgebaut haben und schließlich Botschafter werden. Die Amerikaner hingegen entsenden traditionell die Vertrauten des Präsidenten, und manchmal gibt es unter ihnen – das gab es auch schon – Personen mit sehr starken politischen Meinungen, die sich nicht scheuen, diese zu äußern.“
Dieser Fall zeige genau das und der US-Botschafter suche zudem die Kontroverse mit nationalen Politikern, so der flämische Nationaldeokrat, „was wir natürlich so noch nicht erlebt haben. Das ist sinnlos, völlig sinnlos. Hier herrschen Unabhängigkeit der Justiz und Meinungsfreiheit. Man kann seine Meinung zu einer Aussage eines Politikers äußern. Das fällt unter die Meinungsfreiheit. Aber politische Sanktionen damit zu verknüpfen, ist meiner Ansicht nach beispiellos und trägt in keiner Weise zu einem normalen Funktionieren der diplomatischen Beziehungen zwischen zwei Verbündeten bei.“
„Es ist keine angenehme Erfahrung, wenn ein Botschafter im eigenen Land für Unruhe sorgt“, resümiert De Wever: „Ich glaube nicht, dass das seine Aufgabe ist; es bringt absolut nichts und sollte sofort aufhören. Ich denke, Minister Prévot hat das deutlich gemacht.“

