Den am Mittwochmorgen veröffentlichten Zahlen zufolge sind die Zinsgewinne auf die eingefrorenen russischen Vermögenswerte, die bei Euroclear in Brüssel gehalten werden, im vergangenen Jahr um 26 Prozent auf 5 Milliarden Euro gesunken. Die Zahl geht aus dem Jahresergebnis von Euroclear für 2025 hervor.
Euroclear mit Sitz in Brüssel stand in den vergangenen Monaten international im Fokus, da sich die EU‑Staats- und Regierungschefs darüber stritten, ob die in EU‑Ländern eingefrorenen russischen Gelder zur Unterstützung der Ukraine genutzt werden sollten. Der belgische Premierminister Bart De Wever (von den flämischen Nationalisten der N-VA) lehnte dies ab, und letztlich wurde die Idee verworfen. Stattdessen sollen 90 Milliarden Euro über einen gemeinsamen EU‑Kredit aufgenommen werden.
Euroclear‑Chefin Valérie Urbain begrüßte die Entscheidung. Ihr Unternehmen werde weiterhin eng mit den europäischen Regierungen zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass Sanktionen die finanzielle Stabilität und die Rechtsstaatlichkeit schützen, sagte sie.
Der belgische Staat hält rund 12 Prozent der Euroclear‑Aktien. Weitere Anteilseigner sind Banken und öffentliche Einrichtungen. Euroclear wickelt große Finanztransaktionen für Investoren, Institutionen und Regierungen ab und bezeichnet sich selbst als den „Notar der Finanzwelt“.
Die russischen Vermögenswerte (Bargeld, Aktien und Anleihen), die bei Euroclear liegen, sind seit dem russischen Angriff auf die Ukraine eingefroren. Die daraus resultierenden Zinsen und Dividenden werden auf ein Konto gelegt und reinvestiert. Ein Großteil des Geldes fließt in den EU‑Hilfsfonds für die Ukraine. Für das Geschäftsjahr 2025 wird dieser Beitrag auf 3,3 Milliarden Euro geschätzt.
Für 2025 meldete Euroclear einen Nettogewinn von 1,112 Milliarden Euro, nach 1,038 Milliarden Euro im Jahr davor.

