Heimpflegerin Stefanie Sander aus Houthulst (Provinz Westflandern), die wegen millionenschweren Sozialbetrugs unter Verdacht steht, muss ihre elektronische Fußfessel wenigstens einen Monat länger tragen. Das hat die Ratskammer in Brügge entschieden.
Sozialbetrug in Millionenhöhe: Fußfessel für Heimpflegerin verlängert
Sander war am 17. November im Rahmen einer Untersuchung wegen groß angelegten Sozialbetrugs festgenommen worden. Bei Hausdurchsuchungen wurden 11 Luxuswagen, 6 teure Motorräder, Luxusgüter, Immobilien und Bargeld beschlagnahmt.
Nach Angaben der Arbeitsaudienz soll Sander im großen Stil bei der Meldung ihrer Leistungen betrogen haben. Durch die Angabe fiktiver Pflegeleistungen soll sie Millionen Euro zu Unrecht kassiert haben.
Zu Monatsbeginn hatte die Anklagekammer zugestimmt, dass Sander das Gefängnis unter der Auflage einer elektronischen Fußfessel verlassen durfte. Zusätzlich erhielt sie ein umfassendes Kontaktverbot, um zu verhindern, dass sie mit Personen, etwa Patientinnen und Patienten, spricht, die noch nicht vernommen wurden.
Sander, die bei der Sitzung der Ratskammer anwesend war, hatte gehofft, die Fußfessel heute ablegen zu dürfen. Dieser Antrag wurde jedoch abgelehnt. Ihr Anwalt Kris Vincke zeigte Verständnis und sprach von einer „vernünftigen“ Entscheidung.
Vincke zufolge fügt sich seine Mandantin „ziemlich geduldig“ in das Verfahren. „Ich habe sie noch nie fluchen hören“, so der Anwalt, der nach der Entscheidung zunächst keinen Kontakt mit Sander hatte. Die Verteidigung kann noch Berufung einlegen.

