Der mutmaßliche Betrug in Millionenhöhe durch die Heimpflegekraft Stefanie Sander aus Houthulst (Provinz Westflandern) ist offenbar kein Einzelfall. Aus Dokumenten, die der VRT NWS- Redaktion vorliegen, geht hervor, dass auch ein Arzt und ein Zahnarzt seit Jahren wegen großangelegter Betrugspraktiken im Visier des Landesamtes für die Invaliden- und Krankenversicherung (LIKIV) stehen.
Millionenbetrug durch Heimpflegerin kein Einzelfall: auch jahrelanger Betrug bei Arzt und Zahnarzt
Die Heimpflegerin Stefanie Sander (Foto unten) aus Houthulst (Provinz Westflandern) war am Dienstag festgenommen worden. Sie soll seit 2017 fiktive Leistungen abgerechnet haben und dem LIKIV rund 1,7 Millionen Euro schulden.
Als Reaktion kündigte Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke (flämische Sozialdemokraten, Vooruit) an, eine Obergrenze für die Zahl der täglich abrechenbaren Patienten einzuführen. Künftig sollen maximal 20 Patienten pro Tag erlaubt sein, statt der 80 bis 90, die die Pflegekraft teilweise angegeben haben soll.
Arzt und Zahnarzt ebenfalls unter Verdacht
Seit 2019 wird ebenfalls ein Arzt überprüft. Bei einer Kontrolle stellte das LIKIV Verstöße in Höhe von 972.830 Euro fest. Der Arzt schuldet dem Institut aktuell 935.830 Euro – für tausende angeblich erbrachte, aber nicht ausgeführte Leistungen. Insgesamt beläuft sich die Forderung auf 1,935 Millionen Euro.
Bereits seit 2002 steht ein Zahnarzt unter Beobachtung. Damals wurde eine erste Strafe von 27.000 Euro verhängt und beglichen. Doch die Kontrollen der letzten Jahre zeigen: Der Zahnarzt rechnete weiterhin tausende nicht erbrachte oder fehlerhafte Leistungen ab. Aktuell schuldet er dem RIZIV rund 627.000 Euro.
