Dutzende wütende Bauern haben am Montagabend mit Traktoren eine Frachtzone des Brüsseler Nationalflughafens Brussels Airport blockiert. Auch am Flughafen Ostende hatte es am Montag Proteste von Landwirten gegeben, die sich gegen das Mercosur-Abkommen wenden. Am Dienstag kommt es wegen Bauernblockaden zudem zu Behinderungen auf der Autobahn A304 an der belgisch-französischen Grenze.
Mercosur-Abkommen: Bauern blockierten Zugang zur Frachtzone von Brussels Airport, auch am Dienstag weitere Bauernproteste erwartet
Die Aktion am Brussels Airport begann am Montagabend um 20 Uhr. Von wem sie genau ausging, ist nicht bekannt. Das Allgemeine Bauernsyndikat (ABS) sowie die wallonische Bauerngewerkschaft Fugea bestreiten eine Beteiligung.
Nach Angaben eines Sprechers von Brussels Airport kam es weder zu Beeinträchtigungen des Frachtverkehrs noch der Passagierflüge. Der Flughafen blieb zugänglich.
VRT NWS konnte vor Ort mit einem der Bauern sprechen. „Wir stehen genau hier, weil viel Transport von hier aus startet und ankommt, auch aus der Luft“, sagt Dieter. Er ist ein junger Landwirt aus Aalst (Provinz Ostflandern), der sich fragt, was man als Bauer überhaupt noch tun könne.
„Wir wollen den normalen Bürger nicht stören und nicht provozieren. Aber wenn wir einfach auf unserem Sofa sitzen bleiben, wird das Problem nicht gelöst. Wir sind hier alles junge Landwirte zwischen 40 und 50 Jahren. Wir müssen noch mindestens 20 Jahre weitermachen, aber auf diese Weise wird das nicht gelingen.“
Bereits am Montag hatte es Aktionen von Landwirten gegen das Mercosur-Abkommen gegeben, unter anderem am Flughafen Ostende. Dort kam es allerdings zu Auswirkungen auf die Frachtaktivitäten.
Blockade an der belgisch-französischen Grenze
Französische Bauern haben am Dienstag eine sogenannte Filterblockade auf der A340 errichtet, der Verlängerung der E420 unmittelbar hinter der belgischen Grenze in Richtung Frankreich. Die Aktion findet auf französischem Staatsgebiet statt. Das meldet die Föderale Polizei.
Der Gouverneur der Provinz Namur, Denis Mathen, hatte bereits am Freitag vor möglichen Behinderungen durch die Aktion gewarnt. „Obwohl die Aktion vollständig auf französischem Staatsgebiet stattfinden sollte, könnte sie Auswirkungen auf die Mobilität in Belgien haben, insbesondere für Lastwagen, die aus Frankreich kommen oder dorthin unterwegs sind“, sagte er.
Lkw-Fahrern wird geraten, die Ausfahrt Couvin Nord zu nehmen und anschließend über die N99 in Richtung Chimay zu fahren.

