Wallonische Bauern blockieren mehrere Autobahnen in der Wallonie und südlich von Brüssel. Die Wallonische Föderation der jungen Landwirte (FJA) protestiert gegen die Pläne der Europäischen Kommission, ein Handelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten zu unterzeichnen.
Unterzeichnung des Mercosur-Abkommens: Belgische Bauern protestieren erneut und blockieren Autobahnen
„Wir wollen mehrere Verkehrsachsen einen Tag lang blockieren“, sagt Guillaume Van Binst von der Wallonischen Föderation der jungen Landwirte FJA. „Je nach politischer Reaktion wird die Aktion möglicherweise fortgesetzt.“
Konkret geht es in Brüssel um den äußeren Ring von Halle bis Ittre sowie den inneren Ring von Opain bis Ittre. Auch die E19 in Richtung Brüssel ist zwischen Nivelles-Nord und Ittre gesperrt. Das führt zu erheblichen Verzögerungen südlich der Hauptstadt.
Weitere Behinderungen gibt es auf der E42 am Autobahnkreuz Marquain (Tournai) sowie auf der E411 in Richtung Luxemburg bei Courrière, südlich von Namur. Auf der E40 kommt es zu Störungen von Aachen nach Lüttich bei Battice sowie nördlich von Lüttich bei Alleur – jeweils in beiden Fahrtrichtungen.
Infolge der Protestaktionen haben auch die französischen Behörden zwei Autobahnen gesperrt, die Frankreich mit Belgien verbinden. Dabei handelt es sich um die A27 ab Lille sowie die A2 nahe Valenciennes. Grund dafür ist, dass Landwirte die Grenzübergänge der E42 und der E19 blockiert haben.
Protest
Die Aktion ist eine Initiative der Wallonischen Föderation der jungen Landwirte FJA. Sie richtet sich gegen die Pläne der Europäischen Kommission, ein Handelsabkommen mit mehreren südamerikanischen Ländern wie Brasilien und Argentinien zu unterzeichnen, die im Mercosur zusammengeschlossen sind.
Am Freitag kommen die EU-Mitgliedstaaten zusammen, um über das Abkommen zu beraten. Erwartet wird, dass eine Mehrheit für das Abkommen stimmen wird. „Das wollen wir anprangern“, sagt Guillaume Van Binst von der FJA. „Wir müssen immer mehr Auflagen erfüllen, während gleichzeitig Produkte importiert werden, die diesen Standards nicht entsprechen, für uns aber dennoch eine Konkurrenz darstellen.“
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat den europäischen Bauern zusätzliche 45 Milliarden Euro zugesagt und bestätigt, dass es unter anderem strengere Kontrollen bei Pestiziden geben wird. Das reicht jedoch nicht aus, um die Sorgen der Landwirte zu zerstreuen.
Bereits am Donnerstag hatten auch flämische Bauern in Gent, Oostakker (Ostflandern) und Wommelgem (Antwerpen) protestiert.

