Nicht nur am Eiffelturm in Paris protestieren die Bauern gegen das geplante Freihandelsabkommen der Europäischen Union mit vier südamerikanischen Staaten. Auch in Flandern und in der Wallonie bringen die belgischen Bauern erneut ihren Unmut gegen das Mercosur-Abkommen zum Ausdruck.
Gegen Mercosur-Freihandelsvertrag: Bauern protestieren auch in Belgien
Die angekündigten Bauernproteste sorgen seit Donnerstag für Verkehrsbehinderungen in Flandern. Auf der A11 bei Zeebrugge blockieren rund 150 Traktoren die Straße. Lkw werden nur vereinzelt durchgelassen.
An der Rotonde in Wommelgem stehen etwa 40 Traktoren, die lediglich die innere Fahrspur sperren.
Die größten Probleme gibt es derzeit an der Turborotonde in Gent: Dort haben sich rund 100 Traktoren versammelt. Der Verkehr wird gefiltert über nur eine Spur geleitet. Aus Richtung Zelzate beträgt die Wartezeit rund 30 Minuten, aus anderen Richtungen ist die Lage weniger angespannt.
In Zeebrugge und Gent entzündeten die Landwirte kleine Feuer. Die Aktionen sollen bis zum Abend andauern.
Bauern fordern gleiche Standards bei Handelsabkommen
„Wir sind nicht gegen Handel – wir sind selbst Unternehmer –, aber Handelsabkommen wie Mercosur müssen die gleichen Normen und Standards erfüllen wie hier in Belgien“, sagt Frederik Van de Sompel vom Algemeen Boerensyndicaat (ABS) in Flandern.
Dazu zählen laut Van de Sompel unter anderem Tierschutz, Düngemittelgesetzgebung, Arbeitsvorschriften sowie der Einsatz von Hormonen und Antibiotika. „Ohne gleiche Regeln können wir nicht konkurrenzfähig bleiben“, betont er.
In der Wallonie kündigte die Fédération des Jeunes Agriculteurs (FJA) an, am Donnerstagabend und Freitag mehrere strategische Verkehrspunkte mit Traktoren zu sperren.
