Am Brussels Airport hat der Zoll dieses Jahr bisher 9 Tonnen Drogen sichergestellt. Das ist doppelt so viel wie im gesamten Jahr 2024. Die Drogen wurden bei Passagieren, in der Post und in Luftfrachtpaketen gefunden. Sie waren in Gegenständen wie einer Klimaanlage, Duplo-Steinen, Kunstgegenständen uvm. versteckt. Besonders Ketamin und Cannabis sind auf dem Vormarsch, so die Zollbeamten.
In Duplo-Steinen oder Turnschuhen: Der Zoll am Flughafen Brüssel beschlagnahmte dieses Jahr schon 9 Tonnen Drogen
Kriminelle werden immer kreativer, wenn es darum geht, ihre Drogen zum Schmuggeln zu verstecken: Letztes Jahr entdeckten Zollbeamte Drogen am Brüsseler Nationalflughafen in Zaventem in Gegenständen wie einer Klimaanlage, einem Boxsack, einer Hühnersuppendose, in Turnschuhen, in Duplo-Steinen, in Duftkerzen und sogar in Kunstgegenständen. „Am auffälligsten ist, dass manchmal 700 oder 800 Kilogramm Drogen, wie zum Beispiel Cannabis, einfach in Kartons verschickt werden. Sie machen sich nicht einmal die Mühe, sie zu verstecken“, sagt ein Zollbeamter.
Gleichzeitig nutzen Kriminelle neue Wege, um Drogen zu schmuggeln. Beispielsweise schicken Drogenbanden sogenannte „Geisterpassagiere“ zum Flughafen, um Koffer mit Drogen vom Gepäckband abzuholen. Diese Koffer werden dann mit Flügen verschickt, oft aus Westafrika, wo die Sicherheitskontrollen weniger streng sind. „Darauf müssen wir achten“, heißt es beim Zoll am Airport: „Deshalb werden wir in der Ankunftshalle des Flughafens künftig verstärkt patrouillieren.“ Kriminelle stehlen auch die Namen legaler Firmen, um Drogen zu versenden.
Deutlich mehr Cannabis
Die Zahlen zu den dieses Jahr beschlagnahmten Drogen wurden am Dienstagvormittag bei der jährlichen Pressekonferenz des belgischen Finanzministeriums vorgestellt, denn dies ist in Belgien auch das Aufsichtsministerium für den Zoll. Insgesamt wurden in diesem Jahr rund 9 Tonnen Drogen abgefangen. Das ist fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Gleichzeitig identifizierte der Zoll erneut eine große Vielfalt an Drogen: Neben Ketamin und Cannabis wurden auch Kokain, MDMA, Ecstasy, Methamphetamin, LSD und andere Drogen gefunden.
Bei Ketamin hat sich die Menge fast verzehnfacht, bei Cannabis fast vervierfacht. In absoluten Zahlen wurden dieses Jahr 245 Kilogramm Ketamin und 1.767 Kilogramm Cannabis bei Passagieren sichergestellt. Insgesamt hat sich die Menge der bei Passagieren sichergestellten Drogen um fast die Hälfte erhöht. In Postpaketen wurden 429 Kilogramm Cannabis und 172 Kilogramm Ketamin sichergestellt. Im Vorjahr lagen die Mengen bei 378 Kilogramm bzw. 143 Kilogramm. Die größten Mengen wurden in der Luftfracht gefunden.
Import und Export
„Cannabis und Ketamin sind die Drogen, die Kriminelle derzeit konsumieren“, sagt Kristian Vanderwaeren, Generaldirektor der belgischen Zoll- und Verbrauchsteuerbehörde. „Cannabis wird hauptsächlich nach Belgien importiert, während Ketamin hauptsächlich exportiert wird.“ Die wichtigsten Herkunftsländer für Cannabis nach Belgien sind die USA, Kanada und Thailand. In diesen Ländern ist der Cannabisanbau für den Inlandsmarkt ganz oder teilweise legal.
Ein Teil dieser Produktion wird jedoch illegal ins Ausland exportiert - auch über den Hafen von Antwerpen ist ein deutlicher Anstieg in dieser Hinsicht zu verzeichnen. Die Exporte aus Belgien gehen hauptsächlich nach Australien, in die USA, nach Neuseeland und nach Kanada. Dort lassen sich diese Drogen, insbesondere Ketamin, zu höheren Preisen verkaufen als hierzulande.

