Über dem Atomkraftwerk Doel sind in der vergangenen Nacht drei Drohnen gesichtet worden. Das hat Energieversorger Engie mitgeteilt. Die Anwesenheit der Drohnen habe keine Auswirkung auf den Betrieb der Anlage, sagte Engie-Sprecherin Hellen Smeets. Das belgische Krisenzentrum hat den Vorfall bestätigt.
Die lokale Polizei von Doel (Provinz Ostflandern) erklärte, dass sie keine weiteren Kommentare abgeben werde.
VRT-NWS-Energieexperte Luc Pauwels betont: „Es besteht keine nukleare Gefahr“
„Mehrere Personen haben drei Drohnen über dem Atomkraftwerk Doel gesehen“, erklärt Energieexperte Luc Pauwels: „Drohnen sind dort nicht erlaubt; es handelt sich um eine Flugverbotszone.“
Das Flugverbot wurde eindeutig verletzt, doch es besteht keine nukleare Gefahr. „Unsere Reaktoren sind so gebaut, dass sie Flugzeugabstürze überstehen können. Der älteste Reaktor kann dem Aufprall eines kleinen Sportflugzeugs standhalten, und der andere Reaktor ist von zwei Betongebäuden umgeben, die sogar dem Aufprall eines Passagierflugzeugs wie einer Boeing 737 standhalten können.“
Man kann nicht davon ausgehen, dass Drohnen die Reaktoren oder die sie umgebenden Gebäude beschädigen können, betont Pauwels.
Hilfe gegen die Drohneninvasion – auch aus Großbritannien
Der belgische Verteidigungsminister Theo Francken (N-VA, flämische Nationalisten), dankt Großbritannien für dessen „schnelle Unterstützung und Solidarität“ mit der Entsendung eines Drohnen-Teams nach Belgien.
Genau wie Deutschland und Frankreich unterstützt auch Großbritannien Belgien nach den jüngsten Vorfällen. Sir Richard Knighton, Chef des Generalstabs der britischen Armee, sagte gegenüber dem britischen Sender BBC: „Wir werden Menschen und Ausrüstung nach Belgien schicken, um zu helfen.“ Knighton betonte, dass diese Hilfe auf Wunsch der belgischen Seite erfolgt.
„Russland ist derzeit die größte Bedrohung, und seine illegale Invasion der Ukraine hat gezeigt, wozu es fähig ist“, fügte er hinzu: „Wir wissen, dass Russland Sabotageakte verübt und einen hybriden Krieg gegen uns führt.“
Der britische Verteidigungschef betonte jedoch, dass nicht klar sei, ob die in Belgien gesichteten Drohnen russischen Ursprungs seien. „Wir wissen es nicht mit Sicherheit“, sagte er: „Aber sie stören Flughäfen und wurden über belgischen Militärbasen gesichtet. Das Vereinigte Königreich und andere NATO-Verbündete unterstützen sich gegenseitig – deshalb schicken wir Ausrüstung und Personal nach Belgien.“

