Die flämische Provinz Limburg ist weiterhin optimistisch, was die Ansiedlung des Einstein-Teleskops im Grenzgebiet in der Umgebung der Gemeinde Voeren betrifft. Dies geht aus einem Statusbericht der Provinz hervor. Die italienische Insel Sardinien und die Lausitz in Sachsen gelten als weitere mögliche Standorte für diese hochtechnologische Anlage. „Wir haben über 30 Forschungseinrichtungen und zahlreiche Technologieunternehmen in der Region, was ein großer Vorteil ist“, verlautete dazu von Seiten der Provinz.
Einstein-Teleskop: In der Provinz Limburg herrscht weiter Optimismus
Rund 20 Unternehmen aus der Provinz Limburg arbeiten bereits am Einstein-Teleskop mit. Ihre Arbeit reicht von der Laserreinigung bis zur Verbesserung der Maschinenkollaboration. Diese Firmen wurden von der Provinz zu einem abschließenden Update eingeladen. Bei diesem Update herrschte großer Optimismus. Das Einstein-Teleskop, ein Milliardenprojekt, ist ein unterirdisches Observatorium das Gravitationswellen aus dem All messen, um damit neue Erkenntnisse über den Urknall gewinnen zu können.
„Unser Standort verschafft uns einen Vorteil gegenüber den anderen Kandidaten. Es gibt hier über 30 Forschungseinrichtungen und zahlreiche Hightech-Unternehmen in der Region“, sagte Maxime Corvillain von der Provinz Limburg. Die Ansiedlung des neuen Teleskops hängt jedoch auch von der Eignung der Bodenstruktur ab. Daher wird das Gebiet eingehend kartiert und es werden Bohrungen durchgeführt.
Auch die Finanzierung spielt eine wichtige Rolle. Die flämische Landesregierung hat kürzlich erst 500 Mio. € für die Ansiedlung des Teleskops in Limburg freigegeben. „Bei den anderen Bewerbern ist die Finanzierung ein größeres Problem“, so Corvillain.
Politische Entscheidung
Die Standortwahl sei aber auch eine politische Entscheidung. „Wir arbeiten intensiv an der Antragsstellung“, sagt Provinz-Gouverneur Jos Lantmeeters: „Wir müssen meine Kollegen in Brüssel davon überzeugen und auch die anderen europäischen Mitgliedstaaten, dass unser Projekt das Beste ist.“
Lantmeeters verweist dabei vor allem auf den idealen Standort Voeren: „Auch die Wissenschaftler werden mitreden. Sie möchten lieber hier inmitten all der vorhandenen akademischen Einrichtungen sein, als isoliert auf Sardinien oder in Sachsen.“
Die Provinz Limburg möchte auch das übrige Flandern einbeziehen, sagte deren Vertreter Maxime Corvillain gegenüber VRT NWS: „Wir sind heute hier, um den 20 beteiligten Limburger Unternehmen zu gratulieren. Wir möchten diese Botschaft aber auch an das übrige Flandern richten. Das stärkt unsere Bewerbung.“
Besuch bei der RWTH in Aachen
Kürzlich erst hatte sich Flanderns Umweltminister Jo Brouns (CD&V) bei einem Besuch bei der RWTH Aachen zum Thema Einstein-Teleskop mit Wissenschaftlern ausgetauscht, die unsere Kollegen von deutschsprachigen Rundfunk BRF in Ostbelgien meldete.
Im Mittelpunkt des Besuchs stand das Projekt "BeamPipes4ET", bei dem Aachener Wissenschaftler gemeinsam mit Partnern aus der Euregio Maas-Rhein einen Roboter zur Herstellung von Vakuumröhren entwickeln - den Herzstücken der künftigen Anlage.
Brouns betonte dabei die Bedeutung des Teleskops für die Wissenschaft und die europäische Zusammenarbeit, warnte aber vor langen Genehmigungsverfahren in den vier beteiligten Regionen. In jeder Region gelten andere Regeln. Es könnte es extrem lange dauern, bis alle Genehmigungen für das Teleskop vorliegen, so der flämische Christdemokrat. Brouns stammt aus der Provinz Limburg und ist ein glühender Verfechter des Einstein-Teleskops in der Euregio Maas-Rhein.

