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Wirtschaft

Lütticher Regionalflughafen: Wieder Klage gegen den Ausbau - Wandel bei chinesischen Online-Konzernen - Hohe Umschlagsmengen

Die Gemeinde Awans bei Lüttich legt zum dritten Mal Einspruch gegen die neue G allgemeine Genehmigung für den Lütticher Regionalflughafen in Bierset ein. Die Gemeinde ist nicht grundsätzlich gegen die weitere Entwicklung des Flughafens, doch die Belästigung durch Fluglärm sei für die umliegenden Ortschaften sei zu hoch, hieß es dazu. Bei den aktuell hohen Umschlagszahlen haben die Behörden keine Angst davor, dass der chinesische Onlinehandel-Konzern auf einen Ausbau verzichtet.

Andreas Kockartz
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In Awans, und nicht nur dort, kritisiert man vor allem die geplante Steigerung der Flugbewegungen bzw. der Starts und Landungen. Die Mitte Juli vorgestellte neue Genehmigung erlaubt wesentlich mehr Flugaktivitäten (55.000 Flüge pro Jahr, durchschnittlich rund 150 Flugbewegungen pro Tag), als die bisherige Version, was logischerweise zu mehr Fluglärm führt. Die Gemeinde fordert von den wallonischen Regionalbehörden, dass die Bedürfnisse der Anwohner bei der Entwicklung von Liège Airport besser respektiert werden. Aktuell finden in Bierset rund 35.000 Flüge pro Jahr statt.

Erst kürzlich haben auch neun Gemeinden aus Flämisch- und Niederländisch-Limburg erneut Beschwerde beim belgischen Staatsrat gegen die Betriebsgenehmigung für den Lütticher Regional- und Cargo-Flughafen in Bierset eingereicht. Dabei handelt sich auch hier bereits um den dritten Anlauf, nachdem vorherige Genehmigungen jeweils zurückgezogen wurden, bevor der Staatsrat über die entsprechende(n) Beschwerde(n) entscheiden konnte. 

Die chinesische Alibaba-Tochter Cainiao will sich in Lüttich nicht weiter ausbreiten

Der chinesische Online-Handelskonzern Alibaba setzt den geplanten Ausbau seines Logistikzentrums in Bierset. Die Alibaba-Tochter Cainiao hat entschieden, auf die zweite und dritte Ausbauphase zu verzichten. Das Unternehmen will sich stattdessen auf den Betrieb seiner bestehenden Anlagen konzentrieren. 2021 hatte Cainiao seine erste Halle mit rund 30.000 Quadratmetern Fläche eröffnet. Dort arbeiten etwa 276 Menschen.

Ursprünglich waren zwei zusätzliche Logistik-Hallen mit rund 44.000 Quadratmetern Fläche geplant. Durch die Entscheidung werden 75.000 m² Gelände entlang der Landebahn wieder frei. Grund für den Kurswechsel von Cainiao ist laut eigenen Angaben die steigende Konkurrenz durch andere chinesische Unternehmen wie Shein oder Temu. Der Liège Airport und die Wallonische Region reagieren gelassen auf diese Entwicklung, da auch deren Produkte zu großen Teilen über Lüttich in Europa eingeführt werden. 

Weltweit in der Spitzengruppe bei der Zunahme der Luftfracht-Airports

Liège Airport gehört in Sachen Luftfracht weltweit zur Spitzengruppe. Nach einer Erhebung der französischen Luftfahrtbehörde „France Aviation Civile Services“ lag Bierset im Zeitraum 2019-2024 mit einer Zunahme um 19 % Luftfracht weltweit auf Rang 5 der Cargo-Standorte.  Besser schnitten bei der Zunahme der Frachtmengen Anchorage/Alaska mit + 35 %, Shenzen/China mit + 47 %, Cincinnati-Ohio/USA mit + 50 % und Istanbul/Türkei mit + 236 % ab.

Bisher ist der Cargo-Bereich im laufenden Jahr 2025 mit einem Frachtumschlag von über 960.000 Tonnen Waren und Gütern in den ersten 3 Quartalen europaweit auf Platz 1. Dass die Anwohner bzw. die Anliegergemeinden bei den aktuell hier schon jetzt umgeschlagenen Mengen und den entsprechenden Flugaktivitäten eine Ausdehnung der Starts und Landungen mit gemischten Gefühlen sehen, mag verständlich sein. Dass die Wallonische Region als Anteilseigner von Liège Airport hier zusätzliche Einnahmemöglichkeiten erwarten, ist allerdings ebenso evident. 

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