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Dreiländereck: Neun Gemeinden klagen gegen die erweiterte Betriebsgenehmigung für den Lütticher Regionalflughafen

Ein Verband aus neun Gemeinden aus Flämisch- und Niederländisch-Limburg legt erneut Beschwerde beim belgischen Staatsrat gegen die Betriebsgenehmigung für den Lütticher Regional- und Cargo-Flughafen in Bierset (Archivfoto) ein. Dabei handelt sich bereits um den dritten Anlauf, nachdem vorherige Genehmigungen jeweils zurückgezogen wurden, bevor der Staatsrat über die entsprechende Beschwerden entscheiden konnte. Die wallonische Regionalregierung hatte Mitte Juli erneut eine Genehmigung erteilt. 

Andreas Kockartz Belga
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Auf flämischer Seite gehören die limburgischen Gemeinden Riemst, Bilzen-Hoeselt, Tongeren-Borgloon, Gingelom und Voeren zu dem Kommunalverband. Die Teilnahme der Gemeinde Voeren muss noch vom dortigen Gemeinderat bestätigt werden. Aus der niederländischen Provinz Süd-Limburg beteiligen sich Eijsden-Margraten, Gulpen-Wittem, Vaals und Maastricht an der Klage vor dem belgischen Staatsrat. Die betroffenen Gemeinden befürchten eine erhebliche Mehrbelastung durch Fluglärm für ihre insgesamt rund 280.000 Einwohner. Die neue Genehmigung erlaubt bis zu 55.000 Flüge pro Jahr. Das sind durchschnittlich etwa 150 Flugbewegungen pro Tag. Aktuell finden in Bierset rund 35.000 Flüge pro Jahr statt.

Kritik äußern die klagenden Gemeinden u.a. daran, dass in der neuen Genehmigung für mehr Flugbewegungen in Lüttich-Bierset die gesamte Masse an Fluglärm durch ein individuelles Lärmkontingent pro Flugzeug ersetzt wurde, das über sieben Jahre verteilt schrittweise reduziert werden soll. Zudem seien die grenzüberschreitenden Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt in der flämischen Provinz Limburg und der niederländischen Provinz Süd-Limburg nicht untersucht worden. Auch die Folgen von Stickstoffemissionen in der Region seien nicht berücksichtigt worden.

Bürgermeister der betroffenen flämischen Kommunen befürchten mehr Fluglärm

Mark Vos (CD&V), der Bürgermeister der flämisch-limburgischen Gemeinde Riemst, sagte: „Wir fordern keineswegs die Schließung des Flughafens von Lüttich. Aber 55.000 Flüge pro Jahr sind viel zu viel und sie sind unzureichend begründet. Die aktuelle Genehmigung hat erhebliche Auswirkungen auf Mensch und Umwelt und berücksichtigt die Anliegen der umliegenden Gemeinden in Flandern und den Niederlanden nicht ausreichend. Es ist Zeit, dass der Staatsrat unsere Argumente inhaltlich prüft.“

Jo Feytons, Bürgermeister der flämisch-Limburgischen Fusionsgemeinde Tongeren-Borgloon (Open VLD/Tongeren-Borgloon.nu), äußerte Bedenken wegen der Zunahme der genehmigten Flüge: „Borgloon war bisher nicht beteiligt, da die Belastung dort geringer ist, aber in Tongeren ist sie deutlich spürbar. Wir haben hier zwar viel Industrie, die auch über den Flughafen in Lüttich versorgt wird, doch wir stellen uns hinter unsere Bürger. Mit der aktuellen Menge an Fluglärm können wir leben, aber eine Erweiterung der Flugzahlen ist zu viel.“ Eine Zunahme der Nachtflüge würde laut Feytons einen Anstieg der Belastung um 25 bis 30 % bedeuten. 

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