Jetzt, da Belgien, die Niederlande und Luxemburg gemeinsam das norwegische Luftabwehrsystem NASAMS beschaffen werden, stellt sich die Frage, wo diese Anlagen in unserem Land stationiert werden sollen. Die Flugabwehr wird nicht irgendwo in der Landschaft stehen, sondern an neuralgischen Punkten, z.B. zum Schutz von kritischer Infrastruktur.
Belgien wird insgesamt 10 NASAMS-Flugabwehrsysteme in Norwegen kaufen. 9 davon werden im eigenen Land stationiert und eine weitere im benachbarten Großherzogtum Luxemburg. Belgien investiert etwa 2,5 Mia. € in diese Anschaffung.
Die NASAMS-Systeme sind hochtechnologische Anlagen, die zudem einen enormen Energieverbrauch haben. Solche Anlagen werden am besten an strategischen Orten aufgebaut, wie z.B. an militärischen Standorten, wie eine Luftwaffenbasis. Das belgische Verteidigungsministerium denkt offenbar daran, die Luftabwehrsysteme am Militärflughafen von Melsbroek in Flämisch-Brabant, am Hauptquartier in Evere (unweit des NATO-Hauptquartiers) in Brüssel, an militärischen Standorten rund um Löwen (ebenfalls Flämisch-Brabant) oder am Hafen von Antwerpen zu stationieren.
Die genauen Standorte hängen von der möglichen spezifischen Bedrohung und dem gewünschten Schutz ab. Dazu gehört z.B. der Schutz von Großstädten, wie Brüssel oder Antwerpen vor Kampfflugzeugen, Drohnen oder Raketen. Nur bei tieffliegenden Drohnen bleibe ein Problem der Entdeckung bzw. der Ausschaltung, so VRT NWS-Verteidigungs-Fachmann Jens Franssen.
Belgien hat sich für NASAM entschieden, weil dieses System flexibel ist. Die Waffensysteme, sprich die Raketen, können auch von Kampfflugzeugen, wie der neu beschafften F-35, aus abgeschossen werden, wie auch von Fregatten der belgischen Marine. Die Niederlande können NASAM kompatibel zu ihrem eigenen Patriot-System einsetzen. Damit, so Franssen, können beide Länder gemeinsam eine effiziente flächendeckende Flugabwehr einrichten.

