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Inland
Wirtschaft

Die Lotsen setzen ihre Aktionen vorerst aus - Aktuell noch 210 Schiffe betroffen

Die Lotsen auf der Schelde setzen ihre Aktionen, z.B. Dienst nach Vorschrift, vorläufig aus. Sie wollen den Sozialverhandlungen eine neue Chance einräumen. Die Schifffahrtslotsen protestieren seit dem 5. Oktober, wodurch der Zugang zu den Seehäfen Antwerpen, Gent und Zeebrügge sehr mühsam ist. Die gesamte Logistikkette im Antwerpener Hafen ist z.B. deutlich gestört. Aktuell sind noch 210 Schiffe betroffen... 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Seit Mittwochfrüh um 7 Uhr 30 führen die belgischen Lotsen ihre Arbeit wieder normal durch. Sie wollen „die aktuelle Sackgasse zwischen der Lotsenfront und der flämischen Regierung aufbrechen“, wie es am Dienstagabend in einer Pressemitteilung hieß. Das bedeutet, dass die drei Berufsverbände (AkV, BvL, OvL) und die drei Gewerkschaften (ACOD, ACV, VSOA) wieder mit den Behörden bzw. der Landesregierung verhandeln wollen.

Die Lotsenverbände und die Gewerkschaften räumen der flämischen Landesregierung 10 Tage ein, um zu zeigen, dass sie bereit dazu ist, über einen Sozialschlichter das am 2. Juni getroffene provisorische Abkommen anzunehmen. Bis spätestens November soll es zu einem gemeinsamen definitiven Beschloss kommen.

Die aktuelle Rentenreform der belgischen Regierung sieht vor, dass Berufsanfänger im Lotsenwesen bis zu 45 % weniger Rente bekommen, als ihre heutigen Kollegen. Und den Lotsen stößt übel auf, dass sie in Sachen Pensionen nicht gleich mit anderen Arbeitnehmern stehen, sondern einen eigenen Status haben. In Belgien sind etwa 300 Lotsen damit beschäftigt, Schiffe aller Art sicher in die Häfen zu leiten, bzw. von dort aus zur Nordsee zu bringen. 

Aktion lief seit dem 5. Oktober

Die Lotsen führten ihre Aktion seit dem 5. Oktober durch, weil sie der Ansicht waren, dass Bundesrentenminister Jan Jambon und die für die Häfen zuständige flämische Verkehrsministerin Annick De Ridder (beide N-VA) nicht mehr hinter den bisherigen Abkommen bezüglich der Zukunft der Renten stehen.

Inzwischen warten zahllose Schiffe in den Häfen, um auslaufen zu können, bzw. vor der belgischen Nordseeküste, um in einen der drei Häfen einzulaufen. Damit sind die logistischen Abläufe in den Häfen gründlich gestört. Den logistischen Sektor – Verlader, Transportunternehmen, Bahngesellschaften und den Terminals – kostet dieser Zustand Millionensummen. 

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