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Lotsenstreik auf der Schelde und vor Zeebrügge - Rund 80 Schiffe betroffen - Politik ruft zu Verhandlungen auf

Flanderns Verkehrsministerin Annick De Ridder und Bundesrentenminister Jan Jambon (beide N-VA) rufen zum Ende des Streiks der Schifffahrts-Lotsen auf. Die Lotsen ihrerseits warten noch immer auf eine Reaktion von Seiten der Politik für Verhandlungen. Das bedeutet, dass man sich in dieser Sache in einer Pattsituation befinden. Währenddessen stauen sich aktuell rund 80 Schiffe, die entweder in die Schelde in Richtung Gent und Antwerpen einlaufen oder aus ihr auslaufen wollen bzw. die den Hafen von Zeebrügge anlaufen oder verlassen wollen. 

Andreas Kockartz
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„Wir hatten mit der Berufsvereinigung der Lotsen (BvL) eine Abmachung getroffen, dass wir um den 30. November herum ein prinzipielles Abkommen über die Auswirkungen der Rentenreform treffen wollen“, so Flanderns Mobilitätsministerin De Ridder am Dienstag. Dann sollte über zusätzliche Betriebszugehörigkeit und über Vergütungen bei Arbeitsunfällen gesprochen werden.

Doch seit Sonntag streiken die Lotsen und die Zahl der sich dadurch in und vor den Häfen von Antwerpen, Gent und Zeebrügge stauenden Schiffe steigt stetig weiter an. Am  Mittwoch handelte es sich um rund 80 Hochsee- und Küstenfrachter aller Art, die in der Schelde und vor der belgischen Nordseeküste warten müssen - 12 im Antwerpener Hafen, 2 in Zeebrügge, 3 in Gent und 63 vor der belgischen Nordseeküste.

Das Problem mit den verärgerten Lotsen in der Frage der allgemeinen Rentenreform im Koalitionsabkommen der belgischen Bundesregierung ist nicht neu. Im Sommer war ein provisorisches Abkommen bezüglich der Renten zwischen dem Lotsenwesen und der Bundesregierung beschlossen worden. Dabei ging es in erster Linie um die Bestätigung von vorangegangenen Abkommen. Ein definitives Abkommen wurde erst nach dem Sommer erwartet (siehe geplante Gespräche um den 30. November herum).

45 % weniger Rente für Berufsanfänger?  

Nach aktuellem Stand der Dinge sollte ein junger See- oder Flusslotse durch die Maßnahmen innerhalb der Rentenreform 45 % weniger Rente bekommen, als z.B. ein älter Kollege, errechnete die sozialistische Gewerkschaft ACOD Anfang des Jahres.

Für Ärger sorgt auch die Tatsache, dass die Renten der Lotsen nicht gleichartig behandelt werden, wie die von anderen Arbeitnehmern. Beim Lotsenverband BvL heißt es dazu: „Als Ausführende eines gefährlichen Berufes haben wir es schwer damit, dass die Tantiemen, auf deren Basis berechnet wird, wieviel Pension ein Dienstjahr ergibt, mit einem Strich abgeschafft werden.“

In Belgien sind derzeit etwa 300 Lotsen auf den Flüssen und auf See tätig. Sie begleiten vor allem große Schiffe dabei, sicher ihre Zielhäfen zu erreichen. Die Fragmentierung ihrer Dienst- und Schichtregelungen zwischen den insgesamt 4 belgischen Lotsen-Korps sorgt nicht erst seit gestern ab und zu für Probleme.        

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