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Nationaler Aktionstag der Gewerkschaften - Streiks im ganzen Land - Großdemo in Brüssel

Die Aktion wurde von den 3 großen Gewerkschaften getragen - der christlichen ACV, der sozialistischen ABVV und der liberalen ACLVB. Mit dabei waren aber auch zahlreiche Organisationen und Verbände aus dem Mittelfeld. Mit landesweiten Streiks und einer Großdemonstration in Brüssel, an der zwischen 80.000 und 100.000 Menschen teilnehmen, wird gegen die Reformpläne im sozialen Bereich der Arizona-Regierung unter Premierminister Bart De Wever (N-VA) protestiert. Durch die Randale einiger radikaler und gewaltbereiter Krawallmacher wurde die Demonstration früher beendet, als geplant. Die Gewerkschaften bedauerten, dass diese für sie so wichtige Veranstaltung so enden musste. 

Andreas Kockartz
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Bestreikt wurden u.a. die Flughäfen von Brüssel (hier waren nur Anschlüsse von ankommenden Fernflügen und einige Landungen geplant) und Charleroi sowie die regionalen ÖPNV-Betriebe. Die belgische Bahn allerdings fährt, denn man will die Demonstranten mit Zügen nach Brüssel und nach der Demo wieder nach Hause bringen. Dazu wurden 12 Sonderzüge in den Fahrplan eingebaut. 

In Brüssel fuhren nur einige Linien, zumindest teilweise: Die Metrolinien 1 und 5, die Tramlinien 4, 7, 8, 10, 82, 92, 93 (zwischen Stadion und Park) sowie die Buslinien 12, 14, 36, 46, 53, 59, 71, 73, 87 (ab Simonis bis Zwarte Vijvers verlängert) und 95. Alle anderen Linien verkehrten nicht.

Die Demonstration zog seit 10 Uhr 45 vom Nord- zum Südbahnhof und in der gesamten Innenstadt wurde mit Problemen gerechnet. Zehntausende Demonstranten waren mit dabei. Während die Polizei von 80.000 Demonstranten spricht, geben die veranstaltenden Gewerkschaften 100.000 Teilnehmer an. 

Die hohe Beteiligung verlangsamte das Vorankommen der Demonstration. Auch die Seitenstraßen entlang der Strecke waren komplett voll. Die Nieuwstraat, die große Einkaufsstraße in der Brüsseler Innenstadt, war voller Demonstranten. Man merkte auch, dass die Demonstranten wirklich sehr wütend waren. Sie machten viel Lärm mit lauten Parolen, Pfeifen, Trommeln, außerdem wurden regelmäßig Kracher geworfen.

Entlang der Strecke beobachteten viele Polizisten das Geschehen. Zunächst verlief die Demo ohne Zwischenfälle, doch in den frühen Nachmittagsstunden sorgten Krawallmacher für Auseiandersetzungen mit der Polizei. Dadurch wurde die Demo etwas früher beendet, als geplant. 

Polizei muss eingreifen und gerät mit maskierten Demonstranten aneinander

In der Nähe des Pacheco-Zentrums in Brüssel stand eine Gruppe Demonstranten Nase an Nase mit der Polizei. Da sich die Demonstranten weigern, weiterzugehen und dem Demonstrationszug zu folgen, setzte die Polizei einen Wasserwerfer ein.

Auch die Bereitschaftspolizei musste eingreifen und einen Wasserwerfer und Tränengas einsetzen. Es kam in der Nähe des Pacheco-Zentrums auch zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und einigen maskierten Demonstranten. Einige Verletzte wurden versorgt und die Polizei hat einige Teilnehmer festgenommen, stellte die Nachrichtenagentur Belga vor Ort fest.

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Impakt im Land eher eingeschränkt

Der Aktionstag der Gewerkschaften sorgt nicht für Behinderungen in den Supermärkten. Alle Filialen der verschiedenen Ketten sind geöffnet und wurden beliefert. Die Gewerkschaften hatten zu einem Einzelhandels- und Einkaufsstreik aufgerufen und auch die Kunden aufgefordert, nicht einkaufen zu gehen.

Im Bildungsbereich scheint die Wirkung des Aktionstages ebenfalls begrenzt zu sein. Hier und da gibt es Grundschulen, die auf Betreuung umstellen müssen und in weiterführenden Klassen fallen Unterrichte manchmal aus, weil Lehrerkräfte bei der Demonstration sind. Aus den Unterrichtsverbänden verlautet, dass keine größeren Probleme gemeldet wurden.

Bis morgen früh kann allerdings kein Schiff den Hafen von Antwerpen anlaufen oder verlassen. Grund hierfür ist ein Streik im Verkehrszentrum für die Schifffahrt in Zandvliet. Hier wird der Schiffsverkehr in einem Teil der Schelde koordiniert und ohne diese Koordination können hier keine Schiffe fahren. Als Folge der Maßnahmen sind mehr als 100 Schiffe für die Binnenschifffahrt und etwa 160 Seeschiffe blockier. Dies kommt zum seit Tagen andauernden Lotsenstreik auf der Schelde noch hinzu. 

Start der Demo am Nordbahnhof (BRUZZ)

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