Seit Sonntag protestieren die Lotsen in den flämischen Seehäfen gegen die Rentenpläne der föderalen Regierung. Die Aktionen werden auf unbestimmte Zeit fortgesetzt, da bislang kein Kontakt mit den zuständigen Ministern aufgenommen wurde. Das erklärte Francis Baetens, Vorsitzender des Berufsverbands der Lotsen, am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur Belga. „Bisher hat sich noch niemand bei uns gemeldet.“
Lotsen protestieren gegen die Rentenreform der Regierung De Wever
„Wir warten noch auf eine Antwort der flämischen Regierung“, erklärt er weiter. „Zuvor standen wir bereits in Kontakt mit Ministerin De Ridder (zuständig für Häfen, Anm. d. Red.). Auch auf eine Reaktion von Pensionsminister Jambon warten wir noch.“
Am Montagmorgen lagen in Antwerpen bereits rund fünfzig Schiffe fest, im Hafen von Zeebrugge waren es etwa zehn. „Diese Zahlen können schnell schwanken“, erläutert Lennart Verstappen von Port of Antwerp-Bruges. „Der Stau kann teilweise noch eine Folge des schlechten Wetters vom Sonntag sein, ist aber auch auf die Aktionen des Lotsenwesens zurückzuführen.“
Während der Aktionen arbeiten die Lotsen nur zu bestimmten Zeiten, was zu deutlich längeren Wartezeiten führen kann. „Die Reedereien prüfen derzeit ihre Planung, um gegebenenfalls auf andere Häfen auszuweichen oder ihre Routen zu ändern“, fügt Verstappen hinzu.
Die Lotsen, die bereits seit mehreren Monaten ihren Unmut über die Rentenreformen der föderalen Regierung äußern, hatten bereits am 31. März während des nationalen Streiks den Schiffsverkehr erheblich gestört. Nun schlägt der Berufsverband erneut Alarm, da unter anderem die zweite Säule der Lotsenpensionen nicht gleichbehandelt wird mit der von Angestellten in anderen Systemen. Die Aktionen könnten den Verkehr auf der Schelde, von und zu den flämischen Seehäfen, stark beeinträchtigen.
