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Die belgische Bahn führt neue Tarife ein: Reisen zu Nebenverkehrszeiten und am Wochenende dank Vorteilstarif günstiger

In Belgien werden Bahnreisen zu Nebenverkehrszeiten oder am Wochenende günstiger. Das ist der wichtigste Bestandteil des neuen Fahrkartenangebots der belgischen Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB, das an diesem Mittwoch,  Oktober, in Kraft tritt. Reisende und Fahrgäste können eine Vorteilskarte erwerben, die einen Preisnachlass über 40 %  gewährt. Jugendliche, Senioren und Personen, die Anspruch auf Ermäßigung haben, erhalten in jedem Fall einen Rabatt über 40 %. Nach Angaben der NMBS werden 70 bis 80 % der Zugreisenden im Vergleich zu heute weniger oder gleich viel für ihre Fahrten bezahlen.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Die NMBS spricht von der größten Änderung im Ticketangebot der letzten Jahrzehnte. Die Tarifanpassung soll mehr Reisende in den Nebenverkehrszeiten (auch Tagesrandzeiten genannt) und an den Wochenenden anziehen, da dann noch viel Platz in den Zügen zu finden ist. Aktuell nehmen 70 bis 80 % der potenziellen Bahnfahrgäste einmal im Monat den Zug, 60 % sogar nur ein- oder zweimal im Jahr. Die jetzt anstehende Reform wurde bereits Anfang des Jahres angekündigt und ist jetzt vollständig ausgearbeitet.

Nach Angaben der NMBS/SNCB sinkt der allgemeine Durchschnitts-Fahrpreis. Das wird vor allem in den Nebenverkehrszeiten oder an den Wochenenden spürbar sein, weniger aber während der Stoßzeiten - zw. 6 und 9 Uhr morgens bzw. zw. 16 und 18 Uhr am Abend - wenn die Berufspendler unterwegs sind. Dann kann man von einem Rabatt von 40 % genießen, wenn man im Besitz einer sogenannten Vorteilskarte Train+ für 6 € pro Monat oder für 48 € pro Jahr ist.

  • Für Train+ gilt bis Ende dieses Jahres ein Sonderpreis von -50 %

  • Als Erwachsener zahlt man mit Train+ maximal 14 % pro Fahrt, auch während der Hauptverkehrszeiten

  • Jugendliche, Senioren und Personen, die Anspruch auf Ermäßigung haben, erhalten immer einen Rabatt von 40 %. Sie können diesen Rabatt mit dem Rabatt von Train+ kombinieren, wodurch Sie einen zusätzlichen Rabatt von 40 % auf den ermäßigten Tarif erhalten. Train+ ist auch hier günstiger: 4 € pro Monat und 32 € pro Jahr

  • Train+ ist ab dem 15. Oktober sowohl online als auch an den Fahrkartenautomaten und am Schalter erhältlich. Das System kann mit einer MoBIB-Karte, mit dem individuellen Online-Profil auf MyNMBS oder als separater QR-Code verknüpft werden

Die Tarife werden pro Kilometer berechnet

Der Tarif für lange Strecken sinkt. Der Höchstpreis wird auf einer Entfernung von maximal 120 km statt wie bisher 150 km berechnet. Man kann individuell selbst herausfinden, welcher Tarif am günstigsten ist. Zu diesem Zweck hat die NMBS eine spezielle Website entwickelt: https://simulator.belgiantrain.be/de

Weitere Neuerungen

  • Es wird auch ein ermäßigter Tarif für Gruppen von 4 bis 15 Personen eingeführt. Diese erhalten während der Nebenverkehrszeiten und am Wochenende eine Ermäßigung von 40 %

  • Für große Gruppen ändert sich nichts. Diese erhalten eine Ermäßigung von 60 %, insofern im Voraus reserviert wird

  • Wer sein Fahrrad mitnehmen möchte, zahlt statt 4 € jetzt nur noch 3 € in den Nebenverkehrszeiten und 5 € in den Stoßzeiten. Ein Klapprad wird weiterhin kostenlos befördert

Die Fahrgäste der belgischen Bahn werden sich an eine neue Tarifstruktur gewöhnen müssen

Bringt das mehr Reisende?

Die NMBS sagt, dass die neuen Tarife das Angebot transparenter machen sollen. Auf jeden Fall will die belgische Eisenbahngesellschaft die Zahl der Reisenden bis 2032 um 30 % steigern. Neben der Ausweitung des Zugangebots am Abend und am Wochenende soll dabei auch die neue Tarifstruktur helfen. Laut NMBS werden 70 bis 80 % der Fahrgäste weniger oder genauso viel bezahlen wie bisher. 20 % der Reisenden müssten jedoch mehr bezahlen. Die NMBS rechnet daher zunächst mit einem leichten Rückgang ihrer Einnahmen. Wenn sich die neuen Tarife jedoch bewähren und mehr Menschen zum Zugfahren bewegen, werden diese Einnahmen wieder steigen, hofft die Bahn.

Ein Ticket für alle öffentlichen Verkehrsmittel?

Am Rande der neuen Tarifstruktur gab die NMBS auch bekannt, dass sie den Regierungen und Verkehrsbehörden gemeinsam mit den regionalen Verkehrsunternehmen De Lijn (Flandern), MIVB/STIB (Brüssel) und TEC (Wallonie) einen Vorschlag für einen sogenannten intermodalen Tarif vorgelegt hat, bei dem Reisende mit einem Ticket Zug, Straßenbahn, U-Bahn und Bus nutzen können. Der Preis für ein solches Ticket würde sich aus der Summe der Tarife der verschiedenen Verkehrsunternehmen zusammensetzen. Nach Angaben der NMBS wurde der Vorschlag von den verschiedenen Mobilitätsministern in Bund, Ländern und Regionen positiv aufgenommen. Ein konkreterer Vorschlag soll im März 2026 vorgelegt werden.

Auch die Schaffner werden sich an neue Fahrkarten und -preise gewöhnen müssen...

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