Ein 40-jähriger Kindergartenleiter aus Brakel (Provinz Ostflandern), der mindestens 16 Kinder missbraucht hat, ist zu einer effektiven Freiheitsstrafe von 12 Jahren verurteilt worden. Das hat das Gericht in Oudenaarde entschieden. Er betastete und vergewaltigte die Kinder und fertigte zudem Aufnahmen an, die er im Internet verbreitete. Es handelt sich um einen der größten Kindesmissbrauch-Prozesse in Belgien.
Kindergartenleiter aus Brakel wegen Kindesmissbrauchs zu 12 Jahren Haft verurteilt
Der Mann missbrauchte mindestens 16 Jungen im Alter zwischen 2,5 und 5 Jahren. Es handelt sich um Kinder, die er als Förderlehrer an der Grund- und Vorschule De Springplank in Onkerzele, einem Ortsteil von Geraardsbergen, unter seiner Obhut hatte. Den Missbrauch filmte er und teilte die Aufnahmen mit anderen Pädophilen im Darknet.
Das Gericht in Oudenaarde verhängte gegen ihn eine effektive Freiheitsstrafe von 12 Jahren sowie eine anschließende 15-jährige Unterstellung unter die Strafvollstreckungskammer. Zudem erhielt er ein 20-jähriges Kontaktverbot zu den Opfern und deren Familien, ein Berufsverbot im Bildungswesen sowie ein generelles Verbot, mit Minderjährigen zu arbeiten. Darüber hinaus wird er für fünf Jahre seiner Bürgerrechte enthoben. Den 23 Zivilparteien muss er insgesamt mehr als 112.000 Euro Schadenersatz zahlen.
„Er hatte offensichtlich nur das Ziel, seine eigenen primitiven sexuellen Triebe zu befriedigen“, so das Gericht. „Der Angeklagte hat zu keinem Zeitpunkt innegehalten, um über die weitreichenden Folgen nachzudenken, die solche Taten für die weitere Entwicklung dieser besonders jungen Kinder haben können.“
Er hat auf gröbste Weise das in ihn gesetzte Vertrauen verletzt
Gericht Oudenaarde
„Neben der Vielzahl der Taten und der zahlreichen Opfer wiegt für das Gericht besonders schwer, dass der Angeklagte schamlos seine Position als Förderlehrer missbraucht hat. Er hat auf gröbste Weise das in ihn gesetzte Vertrauen verletzt.“
Das Gericht bewertet zudem als gravierend, dass sich der ehemalige Kindergartenleiter niemals in Behandlung begeben hat.
„Besonders verwerflich ist in diesem Fall auch, dass der Angeklagte sich bewusst in eine berufliche Situation begab, in der er die Möglichkeit schuf, Sexualdelikte an jungen Opfern zu begehen.“
Hinweis aus den USA
Die Taten kamen Anfang 2024 durch Ermittlungen der US-amerikanischen Polizeibehörden ans Licht. Dort waren Fahnder auf ein Video von Kindesmissbrauch in einer Schule gestoßen. Dieses wurde an Europol, die europäische Polizeibehörde, weitergeleitet.
Eine auffällige Tätowierung auf der Hand und eine grellgrüne Wand im Sanitätsraum führten schließlich zu dem Kindergartenleiter in Geraardsbergen. Anfang Februar 2024 wurde der Kindergartenleiter festgenommen. Auf seinem Handy wurden mehr als 6.000 Fotos und Videos von sexuellem Kindesmissbrauch gefunden, von denen er einen Teil selbst hergestellt hatte.
Noch mehr Opfer?
Im Laufe der Ermittlungen konnten 16 Opfer identifiziert werden.
Für Taten im Zeitraum zwischen 2008 und 2020 wurden keine Beweise gefunden. Was in dieser Zwischenzeit geschehen ist, bleibt unklar.

