Der Auditor des belgischen Staatsrates hat für die Erneuerung der Betriebsgenehmigung des Lütticher Regionalflughafens in Bierset ein negatives Gutachten vorgelegt. Nach einer Meldung der frankophonen Wirtschaftszeitung L’Echo müsste Liège Airport damit sofort den Betrieb einstellen, falls die Behörden diesem Gutachten folgen.
Auditor des Staatsrates: Negatives Gutachten für den Regionalflughafen von Lüttich
Die aktuell laufende Betriebsgenehmigung für den Lütticher Regionalflughafen, die Anfang 2023 ausgestellt wurde, sieht 55.000 Flugbewegungen pro Jahr vor, doch in der Begründung für diese Genehmigung der wallonischen Umweltministerin Céline Tellier (Ecolo) waren „nur“ 50.000 Flugbewegungen vorgesehen.
Dass daraus letztendlich 5.000 Flugbewegungen mehr wurden, war ein Kompromiss innerhalb der Regionalregierung. Danach waren einige wallonische Anliegergemeinden, einige Gemeinden aus der flämischen Provinz Limburg und auch Kommunen aus den Niederlanden (Provinz Südlimburg) vor den belgischen Staatsrat in Brüssel gezogen. Hier wurde befürchtetet, dass die Zahl der Nachtflüge in Bierset zunehmen wird.
Gutachten nicht befolgen?
Der Lütticher Regionalflughafen ist auch ein Frachtflughafen mit wichtigen Hubs von internationalen Cargo-Airlines. Der Flughafenbetreiber des Liège Airport bat jetzt die wallonische Regionalregierung darum, dem Gutachten des Staatsrates nicht zu folgen und nicht auf ein definitives Gutachten aus Brüssel auch nicht zu warten. Gutachten des Staatsrates sind nicht bindend, doch sie werden nicht selten in Betracht gezogen.
Die frankophonen Grünen von Ecolo würden die zugelassene Zahl von 55.000 bzw. 50.000 Flugbewegungen gerne nachverhandeln, doch Koalitionspartner MR, die frankophonen Liberalen des auch für die Flughäfen zuständigen wallonischen Infrastrukturministers Adrien Dolimont, lehnen dies ab.
