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Inland
Justiz

Großer Drogenprozess in Brüssel: Anwälte aus dem Gerichtssaal geworfen

Im großen Drogenprozess ‚Kriva Rochem‘ hat der Vorsitzende Richter 2 Anwälte aus dem Saal entfernen lassen. Anschließend wurde die Verhandlung bis Montag vertagt. Der Prozess mit 31 Angeklagten, unter ihnen die Schlüsselfigur Flor Bressers, dreht sich um die Einfuhr von mindestens 16 Tonnen Kokain in unser Land.

Jens Van Reet
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Die Sitzung begann am Donnerstagmorgen um 10.30 Uhr. Mehrere Anwälte wollten zu Beginn das Wort ergreifen, doch der Vorsitzende ließ sie nicht sprechen. Es kam zu einer heftigen Diskussion, aber der Richter blieb unbeirrt und erteilte dem Bundesstaatsanwalt das Wort, um die Anklagen gegen die Verdächtigen zu erläutern. Daraufhin verließen die Anwälte den Saal, und die Angeklagten wurden abgeführt.

„Der Vorsitzende drückt sich vor dem Prozess“, sagte Hans Rieder, Anwalt des Hauptangeklagten Bressers. „Er fügt all das zur Hauptsache hinzu, weil er sich der Debatte nicht stellen will – im Wissen, dass die Staatsanwaltschaft schwerwiegende Fehler gemacht hat, die ein Fortführen des Prozesses unmöglich machen. So etwas habe ich in meinen 45 Berufsjahren noch nie erlebt.“

Zu Beginn der Nachmittagssitzung wollte der Vorsitzende erneut der Bundesstaatsanwaltschaft das Wort erteilen. Anwalt Louis De Groote versuchte einzugreifen, bekam aber nicht das Wort. Als er darauf bestand, befahl der Richter der Polizei, ihn aus dem Saal zu entfernen. Das führte zu lautstarken Tumulten im Gerichtssaal. Die anwesenden Beamten warfen den Rechtsanwalt De Groote raus. Als Anwalt Wahib El Hayouni dies zu verhindern versuchte, wurde auch er hinausgedrängt.

Die Sitzung wurde bis Montag vertagt. Wie es dann weitergeht, ist unklar.

Was ist Kriva Rochem?

Kriva Rochem ist der Name eines Wasseraufbereitungsunternehmens im Hafen von Antwerpen. Die Wasseraufbereitung soll jedoch hauptsächlich als Deckmantel für die ‚eigentliche‘ Tätigkeit gedient haben: den Import von Tonnen Kokain aus Südamerika.

Die kriminelle Organisation operierte von verschiedenen Standorten weltweit und war wie ein echtes multinationales Unternehmen strukturiert. Sie gingen äußerst professionell vor und versuchten zudem, Informationen über Ermittler und Untersuchungsrichter zu erlangen.

Die Schlüsselfiguren sind der Limburger Flor Bressers (39), der in zahlreichen Drogendossiers genannt wird, und Sérgio Roberto de Carvalho (66), auch bekannt als der ‚brasilianische Escobar‘.

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