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Politik

Festival in Gent: Der Auftritt der Münchener Philharmoniker mit Dirigent Lahav Shani findet definitiv nicht statt

Der Auftritt der Münchner Philharmoniker unter Leitung des israelischen Dirigenten Lahav Shani (Foto) beim "Gent Festival van Vlaanderen" ist definitiv abgesagt. Der Verwaltungsrat des Festivals-Verwaltungsrats hat die Absage offiziell bestätigt. Damit beugen sich die Veranstalter der internationalen Kritik an dieser Vorgehensweise nicht. Das Festival weist Vorwürfe von Antisemitismus aus dem In- und Ausland entschieden zurück. Doch Verwaltungsratsmitglied Christoph D'Haese (Foto unten) tritt aus dem Verwaltungsrat zurück.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Die Verwaltungsratssitzung des Genter Festivals verlief am Montagabend recht turbulent und "genoss" viel Aufmerksamkeit der Medien. Grund für den Aufwand war die Forderung eines der Verwaltungsratsmitglieder, die Absage des Konzertes rückgängig zu machen.

Bei dem Antragsteller handelt es sich um den Parlamentsabgeordneten und Bürgermeister von Aalst in der Provinz Ostflandern, Christoph D’Haese von den flämischen Nationaldemokraten N-VA. D’Haese hatte die Absage in der vergangenen Woche noch mitgetragen, doch angesichts des internationalen Imageschadens dachte er inzwischen anders.

Doch sein Einsatz hatte keinen Erfolg, denn das Konzert wurde definitiv annulliert. Nach dieser Verwaltungsratssitzung trat D’Haese aus dem Gremium aus: "Das Festival beharrt auf der unverantwortlichen Entscheidung, das Konzert der Münchner Philharmoniker abzusagen, da der Dirigent Lahav Shani israelischer Abstammung ist. Das geht weit über Menschlichkeit und Gleichheit hinaus und daran möchte ich nicht teilhaben." Annemie Charlier, das zweite N-VA-Mitglied im Rat, folgt ihm darin. Sie hatte ursprünglich ebenfalls noch für die Absage gestimmt. 

Die flämische Kulturministerin Caroline Gennez (Vooruit) betrachtet den Vorfall als abgeschlossen. Sie ist der Ansicht, dass sich die Parteien jetzt auf die Haushaltsgespräche konzentrieren sollten. Dies forderte kürzlich auch ihr Parteivorsitzender Conner Rousseau.

Begründung der Entscheidung des Festivals unterstrichen

Karine Moykens, die Vorsitzende des Verwaltungsrates des "Gent Festival van Vlaanderen", unterstrich noch einmal die Begründung für die heftig kritisierte Absage des Konzerts. Es habe Sicherheitsbedenken gegeben, denn man musste mit Protesten am Rande des Konzerts rechnen. Teilweise gewalttätige Vorfälle habe es in ganz Europa gegeben.

Die Absage sei nicht wegen der Staatsangehörigkeit des israelischen Dirigenten erfolgt, so eine Pressemitteilung des Festivals. Antisemitismus-Vorwürfe weise man entschieden zurück. Premierminister Bart De Wever fürchtet um den Ruf unseres Landes, da das Konzert jetzt endgültig abgesagt wurde. Der V-VA-Politiker sieht darin immer noch eine Form von Antisemitismus. 

Allerdings muss sich der Verwaltungsrat den Vorwurf gefallen lassen, dass man von Dirigent Lahav Shani eine schriftliche Erklärung zu seiner Haltung in Sachen Gaza-Konflikt gefordert hatte. Aus dieser, so die Festivalleitung letzte Woche, sei keine eindeutige Haltung hervorgegangen.  

Christoph D'Haese

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