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Das historische Bahnhofsgebäude von Kortrijk muss keinem Neubau Platz machen

Das Bahnhofsgebäude in Kortrijk in Westflandern wird nicht abgerissen, um Platz für einen Neubau zu machen. Die Pläne für einen modernen Neubau sind aus Kostengründen ad acta gelegt worden. „Es wird einen neuen Entwurf geben, der das derzeitige Bahnhofsgebäude erhält“, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Stadt Kortrijk, der flämischen Nahverkehrsgesellschaft De Lijn, der belgischen Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB und deren Infrastrukturtochter Infrabel.

Andreas Kockartz
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Die Pläne der vorgesehen Auftragnehmer für den Neubau des Bahnhofs und dessen Umgebung fallen mit rund 40 % teurer als das ursprünglich geplante Budget von 90 Mio. €. „Nach Rücksprache mit den verschiedenen Partnern wird das laufende Ausschreibungsverfahren abgeschlossen,“ heißt es zu der Entscheidung.

„Niemand möchte, dass die Kosten aus dem Ruder geraten“, erklärte Kortrijks Bürgermeisterin Ruth Vandenberghe (TBSK): „Wir müssen nüchtern vorgehen und große Ambitionen haben. Wir werden jetzt an einem realistischen und erschwinglichen Design arbeiten und dabei den historischen Wert des alten Bahnhofsgebäudes respektieren.“

Der Bahnhof von Kortrijk in den 1950er Jahren

Abrisspläne lösten große Proteste aus

Der historische Wert des Bahnhofsgebäudes sorgte dafür, dass der Plan, das heutige Bahnhofsgebäude durch einen modernen Neubau zu ersetzen, auf heftigen Protest stieß. Kulturerbe-Verbände wollten, dass das Gebäude aus den 1950er Jahren erhalten bleibt.

Ende März wurde die Abrissgenehmigung für den Bahnhof vom Rat für Genehmigungsstreitigkeiten für Nichtig erklärt. Unter anderem die Flämische Vereinigung für Industriearchäologie (VVIA) hatte Berufung eingelegt, da der Antrag den historischen Wert des alten Gebäudes nicht berücksichtigte.

Historische Ornamente im Inneren

„Schönes Stück architektonisches Erbe ist gerettet“

Bei der VVIA ist man daher mit der Entscheidung zufrieden: „Wir waren immer der Meinung, dass der Abriss des Altbaus eine falsche Entscheidung war“, sagte der Vorstandsvorsitzende Hendrik Nelde: „Wir freuen uns, dass auch die verschiedenen Partner zu diesem Schluss gekommen sind. Ein wunderschönes Stück architektonisches Erbe der Nachkriegszeit wurde gerettet.“

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